Wortschatz

Kaufland ... das Land der Gruppen

Da bin ich wieder. Voll und ganz. Mit dem Versprechen einer zusammenhängenden Anwesenheit.

Es ist 7:30 Uhr ... sagt zumindest meine Uhr, die dummerweise eine Viertelstunde vor geht. Und vor meiner Tür höre ich, wie meine Mutter mein Weckritual plant. M.J. auf meinen Rücken und wiehern. Oder so ähnlich. Und auf einmal steht sie mit einem Tadaa in der Tür und wundert sich, dass ich sie mit halbwegs offenen Augen anstarre und ihr ein "Ätsch" entgegenbrülle.

"Du bist schon wach?"
"Natürlich. Wenn vor einer 30 mm dünnen Tür ein kleines Schreimonster das hohe C im Minutentakt übt, kann man sich nicht Langschläfer nennen."
"Aber die war doch gar nicht laut. Die kleine Süße" sagt meine Mutter und schaut auf M.J., die gerade dabei ist meinen Nachttisch leerzuräumen. Leerräumen heißt in ihrem Fall, alles auf den Boden und mich zu schmeißen. Und dabei wird jeder einzelne Handgriff mit "Allealle", "Bua (Björn)" und "sietsch" kommentiert. Hilft beim Wachbleiben ungemein.

Also stehe ich auf. Wenn man so geweckt wird bringt es nichts mehr noch wach bleiben zu wollen. Außerdem müssen wir noch einkaufen. Heute ist Montag und jeden Montag wird das Kaufland zum Kreischsaal gemacht. Heute gehts aber. M.J. ist ausgesprochen gut gelaunt und grinst bis über beide Ohren. Könnte auch am Brötchen liegen. Vielleicht sollte man es mit Valium spritzen. Ganz wenig, nur für den Einkauf. Aber eigentlich gehts auch. M.J. ist zum Glück nicht eins von diesen Kindern, dass vor jedem Süßigkeitenregal plötzlich ohne Schokolinsen nicht mehr leben kann.

Richtig schlimm ist am Montag morgen im Kaufland aber eine andere Sache. Jeden Morgen, wenn ich durch die Gänge schlendere sehe ich drei verschiedene Menschengattungen. Zum einen die normalen. Darunter fallen z.B. meine Eltern, M.J. und ich. Dann wäre da noch die Gruppe der Komischen. Bei denen habe ich das Gefühl dass sie sich direkt nach dem Aufstehen eine Tasse Kaffee und zwei Schachteln Camel durch die Venen ziehen und dann erstmal einkaufen gehen. So stehen sie dann gedankenverloren und ungekämmt im Spielwarenregal und blicken einen fragend an, weil sie die Flasche Ouzo woanders vermuten. Als dritte Gruppe hätten wir die Seniorenleerveranstaltung. Man stelle sich fünf Omas mit Federhut im Gang vor. Die stehen als undurchdringlicher Gichtklumpen vor den gemahlenen Haselnüssen und freuen sich, dass sie noch so jung und ohne künstlichem Hüftgelenk zusammen kommen. Dann wird erstmal debattiert, wie locker denn nun ein Rührkuchen sein muss. Was wiederum heißt, dass man für die nächsten 20 minuten nicht mehr vorbeikommt. Andere Omis, die keine Zeit zum finden haben oder schon so alt sind, dass sie keinen mehr finden können halten den Verkehr anders auf. Und zwar ganz langsam. So langsam, dass man jeder einzelnen noch die Schuhe besohlen und mit einem Brandzeichen versehen kann.

Irgendwann sind wir mit ein paar Einnkaufstüten mehr wieder zu Hause. Heute ist ein großer Tag. Ich fahre zu meinem Vorstellungsgespräch. Mein erstes als Diätassi. Und ch bin schon jetzt aufgeregt, dass meine Kniee im 3/4 Tackt wackeln. Aber ich habe noch eine sehr lange Fahrt vor mir und da darf nichts wackeln.

Zur Not habe ich mir zwei mp3-Player mitgenommen. Da kann man schön viel Musik hören, ohne ständig zwischen den Sendern hin- und her schalten zu müssen. Zum Beispiel "Das optimale Leben" .... Vorsicht WERBUNG. Sehr schöne Musiksammelei mit tollen Texten. Deutsche Musik kann eben doch schön sein.

So ... jetzt hab ich erstmal genug. Das Gespräch und andere Sachen kommen später

31.10.07 18:56

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