Wortschatz

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Täterätä is nicht mehr

Ich bin wieder da. Zumindest zeitweise, denn ich hab eigentlich kein Internet mehr.

Von vorne:

Ich habe einen Job ... bin nach Malente (Schleswig Holstein) gezogen. Besitzer einer Wohnung (40 qm, Dachgeschoss und ein stinkendes Badezimmer) und hätte eigentlich wieder Muse, Lust und Zeit zu schreiben.

ABER

Mein Laptop ist im Arsch und anscheinend auch nicht gewillt, da wieder rauszukommen. Soll heißen, ich werde nur sporadisch schrieben können, bis ich meinen Lappi wiederhabe.

Und jetzt ... Text

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nicht zum Lachen ... oder ... Stolz

Urlaub … während andere ihren Urlaub damit verbringen Sandburgen auf nicht deutschen Sandstränden zu errichten und sich dann hinterher von einem Hai vom Surfboard reißen zu lassen, sitze ich dort, wo ich meinen Urlaub schon immer mal wieder verbringen wollte … bei meinen Eltern.

Der Urlaub beginnt so, wie er wahrscheinlich enden wird, ich sitze mit drei anderen Generationen im Garten bei sengender Hitze am Tisch, stopfe mir Sahnekuchen zwischen die Rippenbögen und lausche den Gesprächen meiner Mutter und Großmutter.

„Die Elsbeth hat also einen neuen Stecher“
„BJÖRN“ Entrüstung macht sich breit … das ist die Tante Elsbeth. Ein bisschen mehr Respekt. Außerdem hat sie keinen Stecher, sondern einen neuen Lebensabschnittgefährten."

OOH … Etikette, Etikette … denke ich mir und schnalze mit der Zunge, während ich den Rotz hochziehe.

„Dann schneidet ihr also der neue Stecher das Leben ab. Ich bin entrüstet, pikiert und möchte mit diesem Proletariat nichts zu tun haben.“

Meine Oma versteht den Witz nicht. Sie versteht auch nicht, dass ich erst jetzt mitbekomme, dass die Trude von nebenan schon letztes Jahr im Winter gestorben ist. Muss irgendwie an mir vorbeigezogen sein. So was erzählt man auch nicht, wenn ich Geschenke auspacke. Sowas erzählt man davor … damit ich mich noch des Lebens erfreuen kann.

Mir wird das Familiengerede zuviel. Ich finde die Geschichten zwar interessant, aber ich habe keine Lust zuzuhören, wie die Silberhochzeit vor zwei Jahren hätte verlaufen sollen. Ich lege mich also in die Sonne. Denn schließlich will ich knackebraun wieder nach Malente zurück fahren. Immerhin habe ich das Maul aufgerissen und mit dem besten Wetter Deutschland geprahlt.

Ich liege gerade zwei Minuten unter Helios, da kommt meine Oma schon angerannt. In der linken Hand Sonnenmilch mit einem Lichtschutzfaktor oberhalb der letzten Wasserstandsmeldung von Leipzig, in der rechten Hand in Sonnenschirm mit 3 m Spannbreite.

„Du kriegst Hautkrebs, Björn, böser Hautkrebs!“
„Oma … bevor ich Hautkrebs kriege kommt Jesus auf die Erde und leitet die Apokalypse ein.“
„Darüber macht man keinen Spaß. Auf RTL haben die auch gesagt, das man Hautkrebs kriegt.“
„Wo meinst du? Beim Strafgericht? Oder bei Geißen?“ Der, nebenbei gesagt, doch selber aussieht, als hätte er eine Sonnenbank im Bauchfell implantiert.
Nein …über Hautkrebs wird nicht gelacht und man muss ja auch nicht in der prallen Sonne liegen.

Scheiß drauf.

Eine Woche später ziehe ich Bilanz. Meine Haut ist nicht wirklich richtig doll braun geworden (unbeachteter Kommentar meiner Oma: „Ich hab’s doch gesagt, wenn man auf dem Feld arbeitet wird man schneller braun“). Mein Bauch ist, dank der vielen Erdbeersahnetorten, prall gefüllt … ich könnte auf einem Kindergeburtstag jeder Pinata die Hölle heiß machen. Unser kleines Pflegekind hat 5 neue Wörter gelernt. Und auch dazu habe ich meinen Beitrag geleistet … „scheiße“ ist ein wirklich sehr individuell einsetzbares Wort.

Ich bin stolz auf mich.

Ich treffe mich mit einem Freund zum gesellschaftlichen Bier trinken. 16 Jahre nicht gesehen. Und in 16 Jahren kann viel passieren. Manchmal zuviel, wie es an seinem Beispiel zu erkennen ist. Gehirntumor, kaputtes Elternhaus und Drogeneskapaden sind nicht gerade das, was man 27 Lenzen erreicht haben will. Ich unterhalte mich mit ihm, frage, wann die Diagnose kam, was er vom Leben erwartet, wie er zum Tod steht und stelle das fest, was ich immer wieder feststelle.

Menschen, die gebeutelt sind, die immer wieder das erleben, was sie niemandem sonst wünschen … diese Menschen sind es, die ein Leben lebenswert machen. Weil sie dem Leben einen Wert geben.

Ich bin stolz auf ihn. Ich bin stolz auf uns.

Bald ist mein Urlaub zu Ende. Ein Urlaub voller Eindrücke, Erfahrungen und Fressalien. Und ich bin dem Hautkrebs ein Stück näher.

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2 in 1 ... oder ... Kröten mögen keine Himbeeren

Ich liebe Familienfeiern. Endlich kann man mal mit seinen buckligen Verwandten sich zusammensetzen und sich mit Grund die Birne vollaufen lassen. Alle … außer mir. Ich muss fahren und darf deswegen nichts trinken. So ein Scheiß aber auch. Gerade heute, wo wir auf einer Familienfeier eingeladen sind, bei der ich so gut wie keinen kenne … und ich bin doch unter Alkoholeinfluss noch gesprächsfreudiger.

Wir fahren also zu Familie Meier. Herr und Frau Meier feiern, dass sie es 25 Jahre lang geschafft haben verheiratet zu sein. Heutzutage eine Seltenheit. Zumindest habe ich das gehört. Ich geh zu Frau Meier, umarme sie und überreiche ihr meine Beileidskarte in die ich, falls sie es sich anders überlegen sollte und ein neues Leben anfangen will, 20€ Startkapital beigelegt habe.

„Kannst mich Steffi nennen.“ Sagt sie mir mit einem Grinsen. Eigentlich will ich fragen ob sie ihrer großen Schwester Barbie immer noch den erfolgreicheren Start und die schöneren Brüste übel nimmt. Allerdings finde ich Steffi äußerst sympathisch und ich glaube nicht, dass sie meinen Humor teilt, deswegen lasse ich es. Außerdem gibt es nachher noch Essen und ich will satt werden.

Ich setze mich auf meinen Platz, den ich die nächsten 6 Stunden nicht verlassen will, bereue es aber mit der Zeit, weil ich zwischen zwei Männern sitze, die zusammen soviel auf die Waage bringen, dass man allein mit ihren Oberschenkeln ganz Afrika zwei Jahre lang über Wasser halten könnte. Ich kann also nur mit angelegten Ellenbogen essen und gestikulieren.

Während ich wie ein Schweizer Taschenmesser zwischen den beiden Hungernotverhinderern sitze kommen auch die nächsten Gäste, die sich allesamt nach und nach vorstellen. Ich bin natürlich höflich und rülpse jedem ein „Björn, freut mich!“ entgegen. Als die nächste Fuhre Trauergäste ankommt und ich schon Luft im Bauch sammele um vielleicht sogar ein „Und wie heißt du?“ der nächsten Person entgegenrülpsen zu können, werde ich von einer Flut Hände überrumpelt.

„Björn“
„Ich bin die Heidi“

Heidi sieht gut aus. Sehr gut sogar. Wenn man mal von ihren schwarzen Haaren absieht, die so stark toupiert wurden, dass jeden Moment ein Kranich rausgeflogen kommen könnte. Sie hat einen sehr engen Jeansrock und ein noch engeres Top an. Ich mustere sie von oben bis unten, aber nur, um festzustellen, ob sie Knöpfe oder ähnliches auf ihrer Wurstpelle hat. Falls ich mich schützen muss, denn Heidi sitz mir gegenüber.

Ich komme aber nicht dazu irgendeinen bissigen Kommentar loszulassen. Es gibt Kuchen. Und ich sitze günstig zwischen Eierlikör-Sahne-Buttercreme-ich-mach-dich-nicht-dick-Torte und einer leckeren sehr frisch aussehenden Erdbeertorte mit fettarmen Boden, wie mir Steffi versichert. Schließlich bin ich ja der Diätberater und muss hier auf die Ernährung aller achten. Ich rolle mit den Augen und nehme mir gleich zwei Stücken von Eierlikörtorte.

„Sag mal, Heidi, willst du nichts essen?“ fragt Heidis Opa
„Nein“
„Sag bloß, du bist auf Diät?“
„Nein ich esse keinen Kuchen“

Ich höre mir das Gespräch an und kann mir ein: „Super, bleibt mehr für mich“ nicht verkneifen. Das alles wird von fünf fliegenden Eierlikörtortenkrümeln beim Wort „Super“ begleitet, was Heidi wahrscheinlich schon zuviel des Guten ist, denn sie springt angewidert zurück.

Mir macht es nichts, denn ich habe schon die Schokotorte bei meiner Schwester entdeckt … „Jenny, schmeiß mir mal das Kalorienwunder vor deiner Nase rüber“ schrei ich ihr entgegen. Gefolgt von einem Flüstern meiner Mutter, dass ich nicht so laut schreien soll.

Janine schreit mir ein „Jetscht schofort?“ zurück, was wahrscheinlich bedeuten soll, dass sie selber noch den Rest der Torte für sich beansprucht hat. „Aber Dalli“ … meine Mutter bekommt einen Nervenzusammenbruch, beißt von ihrem fettarmen Erdbeerkuchen ab und beruhigt sich wieder.

Heidi ist immer noch damit beschäftigt sich en Kuchen schlecht zu reden und trinkt Kaffee. Ohne Milch. Denn die macht dick.

Später auf dem Balkon.

Wir stehen draußen und erzählen uns gemeinsam Geschichten, von denen ich mal wieder nur die Hälfte mitbekomme, weil ich mehr damit beschäftigt bin den Songtitel der viel zu leise gestellten Anlage zu identifizieren. Das führt dazu, dass ich immer wieder von einem: „Björn? Biste wach?“ unterbrochen werde, weil meine Schwester nicht alleine mit Hungerhakenheidi reden will. Muss sie auch nicht lange, denn nach 5 Minuten gesellen sich die Männer dazu, die nach 10 Minuten über das reden, worüber Männer am liebsten reden: Bundeswehr.

Die einzige Geschichte, die mir zur Bundeswehr einfällt ist die, die ich immer wieder erzähle:

Ich sitze in einem LKW und mache meinen LKW-führerschein, was dass Einparken beinhaltet. Während ich langsam zurück rolle stehen 5 Männer um mich herum und schieben die Luft vor sich weg und zur Seite, was irgendwie bescheuert aussieht … aber ich enthalte mich meiner Meinungskundgebung.

Nachdem ich eingeparkt habe, steige ich aus, begutachte meinen schief gestellten LKW und gebe mir selbst ein „Geilomat“. Auf einmal ein „hohes C“. Begleitet von einem hysterischem „Macht das weg, macht das weg. Ich fass es net an!“ hüpft Feldwebel Pimpelhuber auf und ab und zeigt mit blassem, Gesicht auf eine platt gefahrene Kröte, die vor lauter Pressgewalt ihre Eingeweide ausgespuckt hat.

Das hysterische Wiehern hat natürlich auch andere Männer angezogen, die jetzt zusammen fachsimpeln, was passiert sein könnte. Einer, wahrscheinlich vom Fach, erklärt, dass er ganz genau wüsste, was da passiert ist.

„Die Kröte hat sich an einer Himbeere verschluckt“
„Bitte was?“
„Na das vor ihr ist doch eine Himbeere. Und die ist ihr viel zu groß“
„Seit wann essen Kröten Himbeeren? Und selbst wenn. Siehst du hier irgendwo einen Himbeerstrauch? Wo soll die Kröte die denn her haben? Bei Tegut gekauft?“
„Doch glaub mir. Ich kenn mich da aus“
„Du bist dämlich wie drei Meter Waldweg!“
„WAS?“
„Äh … ich muss weg“

Onkel Tom steht immer noch auf dem Balkon neben Hungerhakenheidi und meiner Schwester: „Darüber kann ich nicht lachen“ sagt er mit ernster Miene. Oh Gott … wahrscheinlich heißt er nicht Tom sondern Ting Tong und gehört der chinesischen Krötenhilfsorganisation an. Ein lustiges Bild, denn ich stell mir vor, wie er vor der chinesischen Botschaft steht und: „Lettet die Klöten, Lettet die Klöten“ brüllt.

Über diesen Gedankengang kann er auch nicht lachen. Nein … es ist pervers so was zu erzählen. Hallo? Als du vorhin eindrucksvoll und bilderreich beschrieben hast, wie du deinen Mittelfinger mit der Kettensäge abgetrennt hast … da hat es dich auch nicht interessiert, wie viele Eiweißverbindungen in meinem Körper ausflocken.

Pah

Ich geh rein und stelle mich ans mittlerweile aufgebaute Buffet. Steffi sagt, dass ich doch den anderen Bescheid geben soll. Ich schreie: „Onkel Ting Tong, Heidi, lein mit euch. Es gibt flische Klötenschenkel“ Kein Lacher. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass die meinen Humor nicht verstehen.

Ich packe mir meinen Teller bis zur Klötenvergasung voll und beginne zu schlemmen. Hungerhakenheidi sitzt mir gegenüber und knabbert einen Petersilienstengel. Vielleicht ist es auch ein Salatblatt von gestern, dass sie wiederkäut, ich weiß es nicht.

Später

Es kommt zu einem Wortgefecht zwischen Steffi und mir. Ist Schokolade Nervennahrung? Klar … meine Nerven sind super. Aber das Drumherum ist einfach scheiße.

Meine Schwester fragt mich, ob ich was getrunken habe … schließlich muss ich ja noch fahren.

„Isch kannich fahrn … muss noch trinken … ALLOHOL!!!“

Der letzte Kräuterlikör war schlecht. Sehr schlecht. Ich dachte ich könnte es noch mit der Eierlikörsahnetorte kompensieren … aber irgendwie wurde daraus nichts.

Ja … ich liebe Familienfeiern.

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Ergänzungsweise

- Mein/e Ex .... Joa ... irgendwo

- Ich höre gerade ... Das Rauschen des PC's

- Vielleicht sollte ich ... den Flo anrufen ... aber das wäre aufdringlich
- Ich liebe ... mein Leben

- Meine besten Freunde sind ... im Moment nicht erreichbar

- Ich verstehe nicht ... warum ich jetzt nicht in der sonne sitze ... ach ja ... keine da

- Ich habe keinen Respekt vor ... niemandem

- Ich hasse ... Unehrlichkeit und Unzuverlässigkeit

- Mein Nickname bedeutet ... ein alter Spitzname

- Liebe ist ... schön ... wenn man's hat

- Irgendwo ist irgendjemand ... mit einem Magnum

- Ich werde immer ... so sein, wie ich bin

- Ewigkeit ist wie ... was ist schon von Ewigkeit?

- Was ich niemals verlieren möchte ist... meinen Humor

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