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kurzes Chaos

nordisch by nature

Ich habe einen neuen Sport für mich entdeckt. Nordic Walking. Sieht scheiße aus. Sagen zumindest die Autofahrer, die mir entgegen kommen und aus ihren runtergekurbelten Fenstern verwundert schauen und grinsen. Ich selber kann es nicht beurteilen. Wenn ich an mir runter schaue sehe ich nur Bauch. Aber ich mache es richtig. Man muss den Oberkörper mit bewegen habe ich mir sagen lassen. Dadurch wird der Oberkörper nämlich mit trainiert.

Ok. Also laufe ich los. Die Beine laufen und mein Oberkörper bewegt sich mit. Und während ich so nordisch Richtung Wald laufe kommt mir dieser Opel entgegen aus dem ein dicker, kleiner Hartz IV-Empfänger blöd entgegen gafft. Ich überlege schon genauso blöd hinterher zu gaffen, aber ich bin hier im tiefsten Osten, da spielt man schneller Bordsteinkantenknutschen, als einem lieb ist. Ich laufe also weiter. Hinterher rufen kann ich dem sowieso nichts mehr, seine Musik ist so laut, dass ich mir wünsche niemals über ihm zu wohnen.

Trotz der vielen Gaffer ... ich mach diesen Sport weiter. Auch wenn mir vor kurzem gesagt wurde, dass Nordic Walking eine Sportart für alte Bewegungslegastheniker mit hoher Knochenbruchrate ist ... ich werde auch morgen wieder kraftvoll walken.

Eine Klasse für sich

Ich bereite, wie schon mehrmals angekündigt, ein Klassentreffen vor. Am Anfang dachte ich ja, dass kein anderer außer mir mitmachen würde. Aber mittlerweile bin ich vom Gegenteil überzeugt. Fast jeder der Angerufenen Ex-Mitklässler war von der Idee begeistert. Gut es gab auch welche, bei denen ich nicht sicher war, ob sie sich wirklich freuen oder mit einer Flasche Whiskey vor einem offenen Fenster im zehnten Stock stehen. Aber das ist egal, sie können alles machen ... NACH dem Treffen.

Ich habe sogar Leute gefunden, die innerhalb der Grundschulzeit weggezogen sind. Und die haben wieder jemanden gekannt, der auch weggezogen ist usw. Ich kann jedem hier nur empfehlen; wenn ihr mal ein Emotionshoch benötigt, organisiert ein Klassentreffen. Man wird für sein Bemühen gelobt und es wird zusammen über die schöne Schulzeit geschwelgt. Da wünscht man sich noch mal, 8 Jahre alt zu sein. Das einzige Problem ist, welchen Belag man sich heute auf die Stulle schmiert. Aber heutzutage ist ja alles anders. Man verprügelt andere Leute um es mit seinem Handy nach Afghanistan zu schicken, blättert im Drogenkatalog und meint der Sinn des Lebens liegt in glasigen Augen. Da möchte ich kein Schüler sein. Früher war alles besser. In der Pause wurde Verstecken gespielt, der Lehrer sorgte noch für Recht und Ordnung und alles was farbtechnisch Augenkrebs erregte war in. Damals war es noch modisch im Jogginganzug oder Radlerhose zur Schule zu gehen, wenn man alten Klassenfotos Glauben schenken mag.

noch ein Wochenende

Noch ein Wochenende. Dann kann ich bei einem Krankenhaus anrufen und einen Termin für ein Vorstellungsgespräch ausmachen. Es wäre zwar nur eine befristete Stelle und das Ergebnis für meine favorisierte Stelle steht noch aus ... aber hey, wenn’s klappt, dann klappts und ich habe Arbeit.

Man stelle sich jetzt einen Applaus vor.

Zwischenzeitlich hatte ich ein anderes Stellenangebot in einem Cateringunternehmen. Nicht gerade das, was man als Diätassel anstrebt. Schließlich will man nicht den ganzen Tag kochen und am Band stehen, sondern auch ein paar Leute beraten. Ich hatte mich auch nur beworben, weil mein Arbeitsamt möglichst viele Beratungen sehen will. Wer hätte wissen können, dass ausgerechnet DIE sich für einen interessieren?

Für alle, die meine zeitweilige Abwesenheit verfluchen (ich weiß, ihr seid nicht viele). Ich verspreche Besserung. Im Moment ist es irgendwie komisch, aber es tut sich was.

8 Kommentare 11.10.07 14:25, kommentieren



ein letztes Mal (für heute)

Letzte Zigarette?

am 12.09.2007 Ich habe eine zur bestandenen Prüfung geraucht.

Letzte Autofahrt?

Heute früh mit meinen weiblichen Mitbewohnerinnen zum Fidschi. Ich war aber nur Fahrer

Letzter Kuss?

MÖP ... gleich kommt meine erste Depression

Letzter Weinkrampf?

Ist das ein Krampf, der weh tut? Ein Verkrampfen der Tränendrüsen?

Letztes Buch?

Ich glaube, dass war "Ohne ein Wort"

Letzter Film?

Ratatouille ... war scheiße

Letztes Schimpfwort?

verfickt (Huch)

Letztes Getränk?

Wasser. Wie immer

Letztes Essen?

Schokopudding mit Vanilliesauce

Letzter Anruf?

Meine Schwester.

Letzte Sendung im TV?

Ohja ... "Heroes" eine wirklich sehr gute Serie. Wenn nicht eine der besten Serien überhaupt. Auf dass sie niemals abgesetzt werde.

Letzte Dusche?

Vor drei Stunden. Aber nicht so lange, sonst gibts Schimpfe. Ein Greul für mich

Letzte CD?

Schon lange nicht mehr gehört

Letzter gekaufter Gegenstand?

Schnapsgläser. Für meine hoffentlich bald neue, eigene Wohnung

Letztes Mal aufgeregt?

Oh man ... wann reg ich mich mal nicht auf. Heute wurde ich ausgelacht, weil ich mal wieder etwas vergessen habe.

Letzte Enttäuschung?

Och die ist schon lange her

Letzte sexuelle Phantasie?

Glaub mir, die will niemand wissen. Außer Rebecca vielleicht

Letzte Worte?

verfickte Katze ... die ist nur am miauen und will immer in den Raum, der verschlossen ist

Letzte merkwürdige Begegnung?

Durch die Organisation des Klassentreffens hatte ich so einige sehr positive merkwürdige Begegnungen. Merkwürdig im Sinne von "Das du den auch noch findest!?"

Letztes Mal amüsiert?

Wenn die M.J. "der Papa" auf sächsisch ruft. Zum totlachen

Letztes Mal verliebt?

Hach ja

Letztes Mal umarmt?

Heute abend

Letztes Mal getanzt?

Vor gut 7 Jahren. Ich bin ein Tanzmuffel

Letztes Konzert?

Hatte ich nie

4 Kommentare 17.10.07 22:40, kommentieren

Kaufland ... das Land der Gruppen

Da bin ich wieder. Voll und ganz. Mit dem Versprechen einer zusammenhängenden Anwesenheit.

Es ist 7:30 Uhr ... sagt zumindest meine Uhr, die dummerweise eine Viertelstunde vor geht. Und vor meiner Tür höre ich, wie meine Mutter mein Weckritual plant. M.J. auf meinen Rücken und wiehern. Oder so ähnlich. Und auf einmal steht sie mit einem Tadaa in der Tür und wundert sich, dass ich sie mit halbwegs offenen Augen anstarre und ihr ein "Ätsch" entgegenbrülle.

"Du bist schon wach?"
"Natürlich. Wenn vor einer 30 mm dünnen Tür ein kleines Schreimonster das hohe C im Minutentakt übt, kann man sich nicht Langschläfer nennen."
"Aber die war doch gar nicht laut. Die kleine Süße" sagt meine Mutter und schaut auf M.J., die gerade dabei ist meinen Nachttisch leerzuräumen. Leerräumen heißt in ihrem Fall, alles auf den Boden und mich zu schmeißen. Und dabei wird jeder einzelne Handgriff mit "Allealle", "Bua (Björn)" und "sietsch" kommentiert. Hilft beim Wachbleiben ungemein.

Also stehe ich auf. Wenn man so geweckt wird bringt es nichts mehr noch wach bleiben zu wollen. Außerdem müssen wir noch einkaufen. Heute ist Montag und jeden Montag wird das Kaufland zum Kreischsaal gemacht. Heute gehts aber. M.J. ist ausgesprochen gut gelaunt und grinst bis über beide Ohren. Könnte auch am Brötchen liegen. Vielleicht sollte man es mit Valium spritzen. Ganz wenig, nur für den Einkauf. Aber eigentlich gehts auch. M.J. ist zum Glück nicht eins von diesen Kindern, dass vor jedem Süßigkeitenregal plötzlich ohne Schokolinsen nicht mehr leben kann.

Richtig schlimm ist am Montag morgen im Kaufland aber eine andere Sache. Jeden Morgen, wenn ich durch die Gänge schlendere sehe ich drei verschiedene Menschengattungen. Zum einen die normalen. Darunter fallen z.B. meine Eltern, M.J. und ich. Dann wäre da noch die Gruppe der Komischen. Bei denen habe ich das Gefühl dass sie sich direkt nach dem Aufstehen eine Tasse Kaffee und zwei Schachteln Camel durch die Venen ziehen und dann erstmal einkaufen gehen. So stehen sie dann gedankenverloren und ungekämmt im Spielwarenregal und blicken einen fragend an, weil sie die Flasche Ouzo woanders vermuten. Als dritte Gruppe hätten wir die Seniorenleerveranstaltung. Man stelle sich fünf Omas mit Federhut im Gang vor. Die stehen als undurchdringlicher Gichtklumpen vor den gemahlenen Haselnüssen und freuen sich, dass sie noch so jung und ohne künstlichem Hüftgelenk zusammen kommen. Dann wird erstmal debattiert, wie locker denn nun ein Rührkuchen sein muss. Was wiederum heißt, dass man für die nächsten 20 minuten nicht mehr vorbeikommt. Andere Omis, die keine Zeit zum finden haben oder schon so alt sind, dass sie keinen mehr finden können halten den Verkehr anders auf. Und zwar ganz langsam. So langsam, dass man jeder einzelnen noch die Schuhe besohlen und mit einem Brandzeichen versehen kann.

Irgendwann sind wir mit ein paar Einnkaufstüten mehr wieder zu Hause. Heute ist ein großer Tag. Ich fahre zu meinem Vorstellungsgespräch. Mein erstes als Diätassi. Und ch bin schon jetzt aufgeregt, dass meine Kniee im 3/4 Tackt wackeln. Aber ich habe noch eine sehr lange Fahrt vor mir und da darf nichts wackeln.

Zur Not habe ich mir zwei mp3-Player mitgenommen. Da kann man schön viel Musik hören, ohne ständig zwischen den Sendern hin- und her schalten zu müssen. Zum Beispiel "Das optimale Leben" .... Vorsicht WERBUNG. Sehr schöne Musiksammelei mit tollen Texten. Deutsche Musik kann eben doch schön sein.

So ... jetzt hab ich erstmal genug. Das Gespräch und andere Sachen kommen später

1 Kommentar 31.10.07 18:56, kommentieren