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Neues aus der Mühle Klaps

Es dauert nicht mehr lange. Noch vier Wochen und es werden die Glocken für das Endspiel „Ausbildung“ geläutet. Und danach sind wir geläutert. In jeglicher Hinsicht. Ich weiß jetzt, dass Frauen nicht unbedingt die besseren Kumpels sind und beim Sozialberuf die Freundlichkeit nicht inbegriffen sein muss.

Für unsere Abschlussfeier hat sich unser Unterkurs etwas ganz Besonderes ausgedacht, um irgendwie an Geld zu kommen. Sie verkaufen Waffeln im Foyer unseres Krankenhauses. So bekommen sie genügend Geld für die Innenraumausstattung von zwei Abschlussfeiern zusammen und können vielleicht noch mal in den Zoo gehen.

Wenn der Unterkurs Waffeln backt ist es unschwer zu erkennen. Am Geruch, an der Menschenansammlung und an Leuten, die (fr)essend durch den schlecht beleuchteten Krankenhausgang latschen. Und inmitten des Getümmels stehen sie. Die Unterkursmädels. Bewaffnet mit drei Waffeleisen, 5 Kilo Mehl und wenig Geduld bringen sie Joghurtwaffeln an den Mann. Warum ich da bin? Natürlich um Waffeln abzustauben. Schließlich muss man seinen knurrenden Magen zur Ruhe bringen. Und das geht am Besten mit Waffeln. Wenn Teig da wäre. Der geht nämlich aus, und so muss der Björn mit der Tanja in die Küche, um neuen Teig zu kneten. Vorher soll Tanja noch mal auf eine Station, um dort ein zusätzliches Waffeleisen zur Verstärkung zu besorgen.

Ich bin also in der Küche und versuche Frau L. ins Gewissen zu reden.
„Frau L., also mir wäre für morgen die Muco am liebsten“. Morgen geht’s nämlich um die Wurst. Der erste Teil der praktischen Prüfung ist dran, bei de wir einen Plan schreiben, ein Kommentar zum Krankheitsbild verfassen und eine Lebensmittelbestellung erfassen müssen. Und da muss man mit beschwichtigenden Forderungen vorarbeiten. Schließlich hat man nur einmal Prüfung und die sollte dann auch gut verlaufen. Allen liebevollen Fragen und Betteleien zum Trotz. Frau L. bleibt stur. Sie kann für mich keinen Umschlag kennzeichnen oder mal kurz blinzeln, wenn ich den richtigen Umschlag ziehe. Ich muss mich also auf mein Glück verlassen und wer mich kennt weiß, dass dabei nur Schlechtes rauskommen kann.

Während ich also kläglich am Versuch der Bestechung scheitere kommt Tanja in die Küche und schreit Zeter und Mordio. Die Krankenschwestern sind doch bescheuert höre ich nur aus ihrem Mund. Gut, nichts Neues. Aber ich höre mir trotzdem an, was sie zu berichten hat. Die Ärztin fand es zuerst einmal sehr frivol, dass Tanja ihr Namensschild nicht bei sich trug. Oh Gott. War das nicht das erste Zeichen für die Apokalypse? Egal. Als zweites verlangte die Krankenschwester, dass sie dafür eine Waffel bekommt. Ich weiß nicht, was Tanja geantwortet hat, aber es war definitiv schlagfertig, denn die Ärztin meinte: „Ihr Gesicht merk ich mir“ worauf Tanja nur trocken: „Machen sie doch“ konterte.

Soviel zur stets freundlichen Krankenschwester.

Der Teig ist fertig und ich bringe eine Schüssel mit komisch riechender Masse Richtung Waffeleisenbackstation. Dort werde ich gleich mit einer neuen Aufgabe drangsaliert. Ich solle doch bitte diese Waffel nach oben bringen. Als Dankeschön für das Waffeleisen. Alles klar. Ich laufe, ohne Namensschild, nach oben und frage nach einer bestellten Waffel.

Antwort: NICHTS. Nebenbei hätte ich eine Tannennadel auf den Boden schmeißen können und mindestens drei Opas wären am Herzkasper gestorben. Dann erwacht die Ärztin aus ihrer Trance: „Die war für mich, ich, ich, ich“ Ich denke mir nur, dass Hunger schon eine ernstzunehmende Plage sein kann und reiche ihr die Waffel. Dann meldet sich die Krankenschwester zu Wort, die neben der unterernährten Ärztin sitzt. Sie ist klein, grimmig und mit einer flaumartigen Behaarung auf der Oberlippe versehen. Also so wie ich vor meiner ersten Rasur.
„Wir sind aber fünf“
„Geht das auch freundlicher?“
„Wieso bekommen wir nicht mehr Waffeln?“

Frechheit. Wie kann man nur so verfressen sein? Habt ihr nicht teilen gelernt? Die eine Waffel ist in fünf Segmente unterteilt. Da kann man auch mal nachdenken und schneiden. Sage ich natürlich nicht. Nicht, weil ich mich nicht traue, sondern weil die kleine, grimmige flauschige Krankenschwester ihren Alltagsfrust an mir ausläst. Es wäre wohl eine Frechheit nicht an sie zu denken, was mir denn einfallen würde. Im Moment fällt mir leider nichts ein, weswegen ich auch gehe. Eigentlich wollte ich der Ärztin noch die Waffel entreißen aber sie schaut so hungrig, also lasse ich ihr den Spaß. So ist das bei Krankenschwestern. Zwischen einer vollgeschissenen Windel und dem Legen eines Katheters passt immer noch eine Waffel. Mit Nutella oben drauf. Lecker.

8 Kommentare 3.8.07 20:12, kommentieren



Froschfotzenleder ist nicht lustig

Es ist einer von den Tagen, die nach den Tagen kommen, an denen man nicht einschlafen kann.

Sollheißen; ich bin heute früh um drei ins Bett gekommen. Aber nicht, weil ich so ein PArtyhengst bin und bis in die Puppen ebensolche aufgerissen habe. Nein. Ich habe wachgelegen und war schlichtweg zu faul zum einschlafen. Soll es geben, bei mir war es so. Was macht man, wenn man nicht einschlafen kann? Richtig. Fernsehen.

Ich brauche an dieser Stelle nicht zu sagen, das heutzutage nach 24:00 Uhr in der Flimmerkiste nur Schrott läuft. Sendungen, die vor drei Jahren um 20:15 Uhr schon Scheiße waren, sind heute um Mitternacht auch nicht viel besser. Nehmen wir als Beispiel "Die 100 nervigsten Sommerhits"

Es ist wie bei vielen anderen Sachen auch. Gerichtsshows, Talkshows, Kochshows, Wissensshows und was es nicht noch alles gibt. Macht ein Sender den Anfang, macht der andere dort weiter. Was nicht unbedingt heißen muss, dass es gut ist. Barbara Salesch war die erste, die im Fernsehen Nutten auf die Anklagebank holte. Aber ist sie deswegen ein Leitwolf? Ein Vorbild für Alexander Hold oder Ruth Herz? Muss nach einem perfektem Dinner unbedingt nach dem perfektem Urlaub gesucht werden. Und muss man aus den Möchtegernköchen unbedingt Minutenstars machen, indem man sie zum selbstüberschätztem Peinlichkeitskochen nochmal vor die Linse holt?

Warum suchen alle Sender Popstars? Selbst in den öffentlich rechtlichen wurde schon nach Schlagerstars von der Straße gesucht. Mittlerweile wurde schon so oft Deutschlands Superstar gesucht, dass selbst die ganz schlechten schon einen Wiedererkennungswert haben und Dieter Bohlen als Lieblingspapa der unterernährten Tokio Hotel Fraktion gilt.

Und wer sagt RTL, dass man nicht nur die 100 erfolgreichsten Hits wissen will (was übrigens schon recht interessant war)? Warum muss man sich gleich noch die 100 erfolgreichsten One hit Wonders, Frauen, Gruppen und Vibratoren antun, wenn man weiß, dass George Baker mit seiner Friedenstaube in allen Kategorien ganz vorne steht?!

Und warum kommt Pro 7 nicht auf eigene Ideen? Nein. Stattdessen muss ich mir das AntiCharts-Programm "Die 100 nervigsten Sommerhits" antun, weil auf den andern Sendern diese Rateshows laufen. Aber ich bin ja nicht so, schließlich kann ich nicht schlafen, und schau mir das Elend an.

Elend: Gunther Gabriel

Wir erinnern uns.

"Ihr habt ja so viel Zeit, sonst wärt ihr ja nicht am Nachmittag shon hier. Ich hab leider keine Zeit, ich muss meinen Arsch immer in Bewegung halten, damit die Knete stimmt."

So oder so ähnlich begrüßte er seine "Fans" bei einem "Konzert", nachdem sie ihn nicht gerade feierlich empfangen haben, da er mit reichlicher Verspätung zu seinem "Gig" kam. Da fragt man sich natürlich: Welche Knete? Bewegung? Und vor allem: Der hat Fans?
Dieser Mann, der an Peinlichkeit, Ekelhaftigkeit und Dummheit kaum zu überbieten ist sitzt also als Kommentator bei Pro sieben und findet alle Lieder toll, die noch aus seiner Zeit sind. Den Rest findet er nicht toll, da sie zum Einen nicht aus seiner Zeit kommen und zum Anderen im Alkoholrausch nicht erkennbar waren. Und dann sitzt er volltrunken auf einem zu kleinen Stuhl und meint, dass ein Lied über Froschfotzenleder ein Meilenstein des Humors wäre.

Ansonsten ist nichts so, wie man es gerne hätte. Die Sendung zieht einen flachen Witz nach dem anderen mit sich und "lebt" von seiner Obszönität. (Das ich sowas mal sagen würde)

Ende vom Lied. Ich konnte nach wie vor nicht schlafen, trotz Gunter Gabriel, trotz einer bescheuerten, pseudolustigen Milka, trotz eines schlechten Hans Werner Olm.

Und so fühle ich mich heute. Ausgelutscht. Ich bitte um Mitleid

5 Kommentare 8.8.07 17:42, kommentieren

Treffen der Giganten

Oh Gott. Ich habe jetzt bestimmt schon einen Monat nichts geschrieben und meine Besucherzahlen sind wieder mal im Keller. Das muss ein Ende haben. Nur, wie?!

Ich weiß nicht was ich schreiben soll, zumindest fällt mir keine zusammenhängende Geschichte ein, die ich überhaupt irgendeinem zumuten kann. Also erzähle ich jetzt ein paar kleine Geschichten.

Das Internet

Das das Internet doch zu etwas gut sein kann habe ich in den letzten Wochen erkannt. Ich häbe nämlich ein paar alte Freunde aus meiner Grundschulzeit wiedergefunden, die sich, und jetzt kommts, sogar an mich erinnern können. Zumindest die drei, die mir zurück geschrieben haben.

Wo?: studiVZ
Warum?: keine Ahnung

Die Idee dazu habe ich von einer ehemaligen Grundschulmitklässlerin bekommen und siehe da; eine Welle der alten Bekanntschaften. Mittlerweile bin ich zum Entschluss gekommen, dass man doch ein Klassentreffen organisieren könnte. Von der Grundschulklasse. Richtig gelesen.

Ob es was bringt weiß ich nicht. Vielleicht wollen die meisten ja gar nicht kommen, weil sie den Rest nicht mehr mögen oder die ersten 6 Schuljahre erfolgreich aus ihrem Gedächtnis gestrichen haben. Oder sie sind schlichtweg nicht auffindbar. Ich habe mich natürlich vorbereitet und schonmal die Telefonnummern von Frau Mama und Herrn Papa rausgesucht, sodass ich bei Gelegenheit mal einen konstruktiven Telefonterror durch die Peitzer Gemeinschaft starten kann.

Dort würde es nämlich stattfinden. Das Grundschulklassentreffen. Warum die Grundschule? Nun, ich sehe auch die Grundschule als einen Abschluss an.

Abschluss vom Herrn Seeliger, dem ich meine damalige 5 in Mathe zu verdanken habe. Arschloch. Ich muss zu meiner Rechtfertigung sagen, dass ich die Jahre davor und auch die Jahre danach meistens mit einer 2 auf dem Zeugnis glänzen konnte.

Abschluss vom Henry. Mit dem ich mich eine ganze Mittagspause geprügelt habe. 45 Minuten lang. Er hat angefangen. Ich würde mich niemals vorsätzlich schlagen. Eher laber ich die Leute zur Besinnungslosigkeit. Übrigens kann ich den Henry rein zufällig nicht finden und somit auch nicht zum Klassentreffen einladen. Tja, wenn die falschen Leute das Richtige organisieren, sag ich da nur.

Jedenfalls wird dieses Klassentreffen stattfinden. Das habe ich mir geschworen. Und wenn ich da alleine antanzen werde und mit imaginären alten Klassenfreunden reden muss.

Das Praktikum

Glaubt es oder nicht. Mein letztes Praktikum war irgendwie nicht erwähnenswert. Nicht, dass es langweilig war oder mir nicht gefallen hätte. Es ist nur irgendwie nichts passiert, was man hier reinschreiben kann.

Bis auf Frau M. Jedes Haus hat seinen Drachen. Frau M. ist die Drachenmutti. Wenn sie einem in der Küche begegnet möchte man ihr den steinernen Belag aus dem Gesicht mörteln. Einmal hat sie mich angefahren, weil ich nicht SOFORT mein Brett sauber gemacht habe sondern, den Lappen noch holen wollte. Welch eine Frechheit. Eigentlich wollte ich sagen, dass sie sich erstmal ihre Zähne rasieren sollte, bevor sie mit mir redet, aber das hätte unter Garantie Ärger gegeben.

Die Drachentochter war Judith. Judith war so etwas wie ein schlecht erzogener Pseudorebell. Einen zum Teil rasierten Kopf, schwarz geschminkte Augen und soviel Piercings im Gesicht, dass man aus dem Metall locker einen Eisenbahnwaggon schmieden konnte.

Folgendes Szenario. Judith steht vor der Personaleingangstüt und sieht mich mit ihrem Friedhofsblick an, während ich versuche eine geschlossene Tür aufzumachen.

"Upps, die geht ja gar nicht auf"
"Sonst würde ich hier ja nicht stehen"
"Naja ... schließlich rauchst du hier draußen und das würde sich in einer Küche schlecht machen. Außerdem könnte es ja sein, dass du noch auf jemanden wartest."
"Auf wen sollte ich denn warten?"

Soviel Frechheit auf einem Haufen. Ihr wurde wohl ein Piercing quer durch den Kopf gestochen. Ich sage nur: "Scheiße, wenn man keine Freunde hat" und suche mir einen Punkt am Horizont, den ich die nächsten 10 min anstarren kann. Plötzlich versucht Chromojudith nett zu sein.

"Und, hast du einen Parkplatz gefunden?"
"Klar, sonst würde ich ja nicht hier stehen"

Was bildet sich diese Zigeunerbärbel eigentlich ein? Das ich nach ihrem Morgenmuffelkommentar noch nett bin? Ihr vielleicht einen Kaffe anbiete oder nach der Arbeit noch zum Kuscheln mit nach Hause komme? Nee nee. Jetzt ist Chromojudith mal an der Reihe sich einen Punkt zum Anstarren zu suchen. Vorzugsweise auf dem Fußboden.

2 Kommentare 27.8.07 18:30, kommentieren