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8 Gründe den Freitod zu wählen (1)

Ich will nicht aufstehen. Warum muss ein Wecker immer dann klingeln, wenn der Traum richtig gut wird. Ich sollte ihn nicht auf 6 : 30 stellen. Das ist nicht motivierend. Nichtsdestotrotz muss ich aus dem Bett, denn schließlich bin ich ja ein gewissenhafter Mann und erscheine pünktlich zur Arbeit. Also gehe ich duschen. Das Einzige, worauf ich mich morgens freuen kann, denn ich muss das Wasser nicht bezahlen und kann demzufolge 30 Minuten unter dem warmen Nass meinen Tagesablauf planen (Schule, lernen, Tanja nerven) und noch mal einschlafen. Nachteil ist allerdings, dass ich nicht der Einzige auf unserem Flur bin, der noch unter der Dusche schlafen will. Alle fünf Minuten geht die Tür auf, weil irgendeiner sicher gehen will, dass eine Dusche freigeworden ist. Aber da ich nicht nur ein Mann, sondern auch ein Arschloch bin, habe ich keinerlei Bedenken, diese 35 Minuten Extremshowering auch durchzuziehen.

Nebenbei erwähnt, die Duschen sind ganz modern. Sie haben nämlich keinen Vorhang oder ähnliches und stehen demzufolge offen in einem (abschließbaren) Raum. Das heißt; jeder, der einen Fotoapparat oder ähnliches besitzt, kann Fotos von nackten, sich duschenden Menschen machen, wenn er seinen Bildknipser über der Tür hält. Für ganz Perverse wurden auch zwischen Tür und Boden noch 10 cm Platz gehalten. Von mir hat noch keiner Fotos gemacht, was ich aber auch nicht unbedingt verwunderlich finde. Der andere Nachteil dieser Pornoduschen ist, dass das Wasser nun mal spritzt. Während ich also meine 40 min dusche, werden Handtuch, Ober- und Unterbekleidung und Schuhe nass. Ein Hoch auf die Architekten oder Innenraumausstatter oder was auch immer. Man sollte sie befördern. Selbst ein Rainman mit ausgeschabtem Hirn hätte es besser hinbekommen. Aber so ist das nun mal. Ich wohne schließlich in einem Wohnheim. Demzufolge muss ich mit dem leben, was ich nicht habe.

Als ich es nach 45 min duschen endlich mal geschafft habe, mich in mein Zimmer zu begeben, putze ich mir die Zähne. Mit freiem Oberkörper (ich sabbere grundsätzlich bei der Zahnpflege) stehe ich also vor dem Spiegel und sehe mir, mit aufkeimendem Ekel, mein Spiegelbild an. „Ich muss Sport machen“ sagt meine innere Stimme. Und das erste Mal denke ich: „Hey, du hast Recht. Mit dem Bauch könnte ich einem Elefanten Konkurrenz machen. Wie heißt es so schön? Zog ich Arm und Beine ein, könnt ich eine Kugel sein?“ Also überdenke ich meinen ganzen Tagesplan und strukturiere ihn neu (Schule, lernen, Sport, Tanja nerven). Danach stehe ich vor meinem Kleiderschrank und habe ein ganz anderes Problem. Was ziehe ich an?
Meine Auswahl ist nämlich begrenzt, da der eine Teil der Wäsche ungebügelt im Korb liegt und der andere Teil als Schmutzwäsche vor sich her gammelt. Der letzte Rest, der im Schrank liegt, liegt deswegen dort, weil er so grottenhässlich ist, dass selbst afrikanische Waisenkinder ihn als Putzlumpen benutzen würden. Was heißt das? Genau: Bügeln. Dummerweise bin ich, was das bügeln angeht äußerst männlich: ich kann es nicht.
Beim Bügeln schmeiße ich also grundsätzlich mindestens drei Sachen wieder in den Wäschekorb, weil sie entweder verfärbt oder fleckig sind und ich sie demzufolge noch mal durch unsere wohnheimeigene Möchtegernwaschmaschine jagen kann. Es kann auch mal vorkommen, dass nach dem Bügeln die Klamotten mehr Falten haben als vorher. Das Einzige, was ich nicht bügele, sind Unterhosen (liebevoll Schlüppa genannt) und Handtücher. Natürlich würde es wirklich bescheuert aussehen, wenn ich in einer verfärbten Schlüppa und kratzigen Handtuch auf die Straße gehen würde. Allerdings könnte ich mich „Frotté-Man“ nennen und die Straßen aufräumen. Aber das sind zum Glück nur Gedanken. Also versuche ich es weiterhin eine Jeans und ein Shirt glatt zu machen, was mir nach ca. zwei Stunden auch gelingt.

Ich klopfe bei Tanja, da ich mit ihr zusammen die vier Sekunden Schulweg beschreite, und nerve sie mit meinem heutigen Tagesplan. Danach befinde ich mich in meinem Klassenraum, den ich mir mit 11 weiteren Leidensgenossen teilen muss. Und mit diesen 11 Leidensgenossen warte ich auf Sie. Frau L. befindet sich gerade in ihren Wechseljahren. Zu erkennen daran, dass sie unter extremen Stimmungsschwankungen leidet und uns mitleiden lässt. Heute ist sie besonders schlecht gelaunt - sie hat sich beim Rasieren geschnitten. Nehme ich zumindest an, schließlich kommt so eine Schnittwunde am Hals nicht von ungefähr.
Aber zum Glück haben wir Danni: unsere Frau mit Herz. Dannis Lebensaufgabe besteht darin, in einen Arsch zu kriechen und sich dort einzunisten, bis ein besserer Arsch kommt. Und Frau L. hat viel Arsch. Also immer rein mit der Danni. Während sie dann ihre neue Einzimmerwohnung möbliert, tut sie noch ein paar äußerst geistreiche Eingebungen kund. Und diese Eingebungen sind so willkommen wie ein Anruf beim Ficken. Es interessiert wirklich keine Sau, ob Danni es mag, wenn man über Prüfungen redet. Und ich bin auch nicht gewillt, mir zum 35.-Mal anzuhören, wie toll es doch in München in der U-Bahn war. Während also Fäkaldanni versucht das Biest in Frau L. mit ihren Sprüchen zu sänftigen, setze ich mich gerade hin ein und lächle Frau L. an um ihr zu zeigen, dass ich nichts Böses im Schilde führe. Außerdem halte ich meine Handflächen nach oben, denn ich habe mal gelernt, dass böse Hunde einen nicht zerfetzen, wenn man seine Handflächen zeigt. Bis jetzt hat es immer funktioniert.

Dann meldet sich Maria. Maria ist so ziemlich die leckerste Schnitte im Kurs. Leider Gottes ist sie so blöd, dass sie nicht einmal das mitbekommt. Allerdings kann sie dadurch die meisten ihrer Probleme weg“Ähm“sen. Auch ein Vorteil. Maria fragt Frau L., ob sie ihr noch mal erklären könnte, wie man einen Stift hält und Frau L’s innerer Tiger deformiert zu einer kleinen Katze.

Schwein gehabt.

Direkt neben Maria sitzt Paula. Paula ist so etwas wie eine arschcoole Sau. Eigentlich mag ich sie, allerdings ist sie auch ein Drückeberger. Und ich mag keine Drückeberger. Gut, es ist kein Beinbruch, schließlich kann man von niemandem erwarten, dass er einen perfekten Charakter hat, aber sie drückt sich vor allem. Selbst vor den Sachen, von denen man sich nicht drücken kann. Hätte ihre Mutter bei der Geburt nicht gepresst, hätte sie sich wahrscheinlich auch davor gedrückt.
Zusätzlich hätten wir noch Carola. Wenn ich mir Carola so anschaue, frage ich mich jedes Mal: „Was wollte uns die Natur damit sagen?“. Carolas Kleidungswahl ist sehr bedenklich und ich würde mir mit ihrer Hose nach einem Unfall nicht mal das Bein abbinden. Außerdem geht sie bei einem Friseurlehrling ihre Haare schneiden, der an ihr immer die neuesten Kreationen ausprobiert. Ich brauche nicht zu sagen, dass es Scheiße aussieht. Aber ich bin optimistisch. Wenn man aus schimmelndem Brot Penizillin machen kann, kann man auch aus Carola was machen. Glücklicherweise fällt Carola nicht so sehr auf, weil sie am Eingang ein Schweigegelübde abgelegt hat, dass sie obligatorisch in den Pausen vergisst. Am liebsten führt sie ihre belanglosen Gespräche mit ihr. Peggy. Von mir auch sehr liebevoll Schenkelchen genannt, da sie mit ihren Oberbeinen einen Kampffrosch erdrosseln könnte.
Sie ist der Störfaktor der Nation.
Der Öltanker auf dem Atlantik.
Die Tse-Tse-Fliege in Afrika.
Das Mutterkorn im Omega-3-Brot.

Aber darüber schreibe ich ein nächstes Mal, denn jetzt werde ich wirklich müde.

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Die Tomatenoma

Meine Haare haben wieder Haarschneidelänge erreicht. Zu erkennen daran, dass ich schon beim Bewegen meines kleinen Fingers die Badewanne voll schwitzen könnte. Also hole mich ihr einen Termin bei meinem Friseur.

Natürlich denkt Björn vor. Ich hole den Termin für Freitag früh. Denn frühs arbeitet der fleischgewordene Brunniitraum und ich kann vielleicht von einem Gespräch auf ein Eis kommen. So zumindest die Vorstellung. Und so gehe ich in die Stadt. Alles läuft gut. Meine Hose rutscht nicht, ich habe keine Sandalen an (ich kann aus Fehlern lernen). Ich bin nicht zu spät und sie ist da. Hugo striegelt mein Brusthaar, gibt mir einen Schubser auf den Schneidesessel und ich schwitze meinen morgendlichen Tee aus. Und dann werden mir die Haare geschnitten. Dummerweise nicht vom Brunnitraum. Hm ... irgendwas läuft hier falsch. Aber da kann man nichts machen. Also muss ich mich mit einer Fönblondine zufrieden geben, die mich in einem gebrochenen Deutsch nach meinem weiteren Tagesablauf fragt. Da sich meine derzeitige Tagesgestaltung aufs Lernen fokussiert, fällt mir eine Antwort nicht schwer, da sie nur aus einem Wort besteht: „Büffeln“. Es folgen ein paar belanglose Gesprächsfetzen durchzogen von verstohlenen Blicken Richtung Brunniitraum. Die ist gerade damit beschäftigt einer Kundin die Haare zu waschen.

Einer anderen Kundin werden die Haare komisch gefärbt. Sie hat eine Haube mit Löchern auf. Und aus den Löchern schauen ein paar Strähnen hervor. „Hat was von Hellraiser“, denke ich mir und warte darauf, dass sie in alter Horrormanier Schleim kotzt. Tut sie aber nicht, also gehe ich davon aus, dass sie tatsächlich so aussehen muss. Zurück zum Thema. Während ich also immer noch darauf warte, dass meine Schweißproduktion nachlässt, kommt diese eine Frage, die ich jedes Mal höre: „Wie lange warst du denn nicht beim Friseur? Wurde Zeit, dass die Haare geschnitten werden“

Werte Dame. Mein letzter Haarschneidetermin liegt so ziemlich genau vier Wochen zurück. Als ich mir letzte Woche den Termin holte, konnte ich mir noch keinen Zopf flechten. Mein Haarwachstum ist eben unberechenbar. Soweit die Gedanken. Nach außen hin lächel ich sie nur etwas belämmert an und sage, dass die Haare wirklich lang sind.

Super Björn. Auch wenn es Leute gibt die behaupten, dass Friseurinnen blöd sind (ich nicht). Es gibt Kunden, die sind blöder.

Aufgrund meiner etwas fehlgeschlagenen Schlagfertigkeit, halte ich meine Klappe und suche klammheimlich nach dem Brunniitraum. Dummerweise ist sie aber in einem toten Winkel und ich kann sie nicht sehen. Soll ich sie trotzdem schreiend zum Eis einladen? Oder soll ich das nächste Mal mein Maul aufreißen. ich entscheide mich für die Drückebergervariante, widme die vebleibende Zeit meiner Schweißproduktion, bezahle meine 11 Euro und gehe. Nicht, ohne noch ein „Viel Spaß beim Lernen“ von der russischen Haarstumpferin zu ernten. Ich entgegne fast: „Weißt du überhaupt, was Lernen ist?“. Entscheide mich aber für ein, von einem ironischen Lächeln begleitetem, „Danke“.

Frisch Haargekürzt laufe ich zum Aldi. Ich muss noch Besorgungen machen. Während ich an der Gemüsetheke nach Broccoli suche, spielt ein älteres Ehepaar neben mir „Das perfekte Seniorendinner“. Oma packt eine Tomate an, riecht genüsslich an ihr und bringt ein brüchiges „Also die Tomaten sind sehr gut, so schön rot“ raus. Opa entgegnet nur „Aber die aus dem Garten sind besser.“ und schaut mich mit einem Blick an, als wollte er mir weismachen, dass er Ahnung hat. Oma achtet überhaupt nicht auf Opas Aussage und erzählt: „Ja die machen sich gut als Salat. Aber weißt du, wie ich die noch lieber esse? Aufs Brot mit ein bisschen Schnittlauch. Oder eine schöne Tomatensuppe.“

Ich hole vorsichtshalber Stift und Zettel raus, da ich mit dem Hausmutterrezept für Tomatensuppe aus Gartentomaten rechne. Stattdessen folgt von beiden ein regelrecht beängstigender Blick. So ist das bei alten Leuten. Die meinen immer, dass jeder von ihnen noch lernen kann. Und sei es die Anleitung zu einem belegtem Brötchen. In diesem Moment sag ich: „Schauen sie mich an, ich weiß unter Garantie, wie man isst“. Ich bekomme nur ein Kopfschütteln zurück, was mich dazu verleiten lässt ihnen gedanklich ein Tomatenbrot hinterher zu werfen. Mach ich aber nicht. Schließlich habe ich Benehmen von meinen Eltern gelernt.

5 Kommentare 10.6.07 17:00, kommentieren

Stöckchen

langsam bekomme ich schon ein schlechtes Gewissen, weil ich mich mit meinen Einträgen etwas zurück gehalten habe. Ich verspreche, dass sich das in Zukunft wieder ändern wird und fange deswegen mit einem Stöckchen an, dass ich beim Chaotenweib geklaut habe. Einen schönen Dank an die schöne Frau mit den tollen Haaren an dieser Stelle.

PART 1: THE BEGINNING

1. Name: Björn

2. Warst du ein Wunschkind?

Nein ... aber meine Eltern wollten mich trotzdem

3. Bist du Erstgeborener?

Jo

4. Waren deine Eltern verheiratet, als sie dich bekamen?

Nein ein halbes Jahr später haben sie dann nachgezogen

5. Wann wurdest du geboren?

21.12.1980


PART 2: THE FAMILY

1. Sind deine Eltern verheiratet oder geschieden?

glücklich verheiratet

2. Bist du Einzelkind?

Nein, eine jüngere Schwester ist vorhanden.

3. Wenn du Geschwister hast - bist du das jüngste, mittelste oder das älteste Kind?

der ältere

4. Mit welchem Elternteil verstehst verstandest du dich besser?

Eindeutig Mamakind ... aber den Papa mag ich auch

5. Hast du ein Stiefelternteil?

Nein

PART 3: THE FRIENDS

1. Hast du mehr als einen besten Freund?

Ich kann nicht sagen, das sich wirklich beste Freunde habe. Aber es gibt Menschen, die mir sehr wichtig sind. Eine wirkich "beste Freundschaft" entwickelt sich meiner Meinung erst nach vielen Jahren und gemeinsamen Erlebnissen. Vielleicht komme ich ja auch noch in den Genuss

2. Was unternehmt ihr, wenn ihr zusammen seid?

Quatschen, Essen, Lebensmitte einkaufen

3. Teilt ihr dieselben Interessen?

Zum Teil schon.

4. Welchem Freund kannst du alles anvertrauen?

Hm ... schwer. Es gab schon Menschen, denen ich sehr viel mehr as nur gewöhnlich anvertraut habe. Und dann hat sich herausgestellt, das ein Fehler war. Deswegen warte ich lieber noch die paar Jahre ab.

PART 4: YOUR PERSONALITY

1. Hast du ein kleines oder großes Selbstvertrauen?

Kommt auf Situation und meine Verfassung an

2. Lässt du dich leicht aus der Fassung kriegen?

Eigentlich schon ... wenn aber Konzentration verlangt wird, kann ich sie auch bringen

3. Bist du jetzt gerade glücklich?

Natürlich ... warum nicht!?

4. Kostest du dein Leben aus und lebst es in vollen Zügen?

Ich genieße mein Leben. Aber gewissen Grenzen braucht der Mensch ... und wenn man sie sich selbst legen muss

PART 5: APPEARANCE

1. Bist du mit deinem Äußeren zufrieden?

Nicht komplett. Aber es gibt gewisse Körperteile, die ich ganz gut gelungen finde.

2. Beschreib dein Haar:

kurz, sehr dick, richtig viel, schnellwachsend, braun

3. Wie kleidest du dich?

Ich kleide mich leger. Jackett (oder wie auch immer man das schreibt), Jeans und T-Shirt ist meine Standardausrüstung

4. Warst du ein schwieriges/seltsames Kind?

Angeblich war ich ein schwieriges Kind. Sehr stur ... aber das sind nur Gerüchte

5. Hast du Angst davor im Alter allein zu sein?

Eigentlich schon ... aber ich werde für das Gegenteil sorgen

6. Vor was hast du allgemein Angst?

Ablehnung

7. Was ist momentan dein größtes Problem?

Prüfungen

8. Was ist dein größter Wunsch?

Wenn ich irgendwann mal ganz alt bin und aufgrund eines nahenden, natürlichen Todes auf mein Leben zurückblicken muss will ich sagen können: "Björn, das Leben hat sich gelohnt."

PART 6: THE OUTDOORS

1. Bevorzugst du drinnen oder draußen?

Keines von beiden ... wichtig ist, mit wem man dort ist

2. Lieblingsjahreszeit?

Der brüllend heiße Braunwerdesommer

3. Magst du es durch den Regen zu laufen?

Naja ... richtig mögen nicht unbedingt ... aber ich bin auch nicht derjenige, der beim keinsten Tropfen rennt (übrigens habe ich keinen Regenschirm)

PART 7: FOOD
1. Bist du Vegetarier?

Nein

2. Lieblingsessen?

Vieles

3. Von welchem wird dir schlecht?

Kohlrouaden

4. Was ist deine Lieblingsnachspeise?

Im Moment Joghurteis

PART 8: RELATIONSHIPS AND LOVE

1. Glaubst du an Liebe auf den ersten Blick?

An alle naiven 13-jährigen Tokio Hotel Fans ... es gibt keine Liebe auf den ersten Blick. Wer mich vom Gegenteil überzeugen will wird scheitern

2. Warst du schon einmal verliebt?

Jo

3. Bereust du es, dass - falls - du dir schon einmal das Herz hast brechen lassen?

Nein ... wie sol man sowas verhindern. Außerdem gehört es zum Leben dazu

4 Kommentare 20.6.07 22:45, kommentieren

Kinners, Kinners

Meine Mutter meinte mal, dass ich bestimmt ein guter Vater sein werde. Vorrausgesetzt natürlich, dass sich eine Frau dazu erbarmen würde, meine Gene in die Welt zu setzen. Und da ich meine Frau Mama für eine schlaue Frau halte, schenke ich ihr einfach mal Glauben.

Wer das vielleicht nicht denkt, ist M.J., das Pflegekind meiner Eltern. Mit ihren 18 Monaten und ihrem voll ausgereiften Kreischzentrum hat sie mich mit ihrer größten Waffe angegriffen. Schreien. Verlaustest Balg. Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich dir die verschissenen Windeln vom Arsch geholt. Und du hast viel und nicht gerade geruchsneutral geschissen. Und so dankst du mir?

Aber ich mach mir trotzdem nicht viel draus, denn es gibt Kaffee und jede Menge Kuchen. Und da ich seit 3 Stunden nichts gegessen habe, hören meine Ohren nur noch den lieblichen Klang der Sprühsahne. 15 Minuten und 6 Stücken Sahnetorte später hat sich auch M.J. beruhigt und schenkt mir ein Lächeln, mit dem man einen Eisblock in einen Cappuchino verwandeln kann. Das Eis ist gebrochen und wir spielen M.J.'s Lieblingsspiel. Sie lässt was fallen und der fette Björn muss es aufheben. Mit einer halben Sahntorte intus kein leichtes Unterfangen, denn mit jedem Mal Bücken schiebt sich die Piermontkirsche immer wieder etwas näher an meinen Gaumenzipfel.

Um die Piermontkirsche wenigstens etwas vom Hüftgold wegzulaufen gehe ich mit M.J. spazieren. Das Kinderbeine nicht die Schnelsten sind wusste ich vorher schon. Das man ihr allerdings beim Laufen die Mona Lisa auf den großen Zeh malen kann .... Mann Mann Mann.

Wer mich schon mal life gesehen hat weiß, das ich in einem entsprechendem Licht leicht abgemagert aussehe. Mary hat mich in diesem Licht gesehen und hat allen Grund mich mit ihrem durchgekautem, angespucktem und vollgerotztem Brötchen zu füttern. Nein. Mästen trifft es eher. Sie stopft das Brötchen in mich rein, als wäre ich die männliche Variante von Kate Moss nach dem Kotzen. Ich muss es natürlich über mich ergehen lassen, denn einfach mal Wegschieben geht natürlich nicht.

In diesem Moment denke ich mir: Vielleicht will ich gar kein so toller Papa werden. Wahrscheinlich werde ich aufgrund eines traumatischen Erlebnisses zeugungsunfähig.

Aber wer macht dann den Abwasch?

8 Kommentare 26.6.07 10:37, kommentieren

Mich gruselts

Was ist nur mit dem guten Horrorfilm los? Wenn man heutzutage im Kinoprogramm "Horror" liest, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Gruselkabinett aus dem Land der aufgehenden Sonne

Bis auf wenige Ausnahmen ("Dark Water" .... ein Wasserfleck an der Decke ... buhuuuhuu) sehe ich mir diese Sparte sehr gerne an. Denn man kann sich schön gruseln und manchmal ("Ring 1") steckt auch eine wirklich gute Story dahinter. Kurzum: Schlitzaugenhorror ist sehr gerne gesehen. Allerdings schwimmen auf der Welle des Hypes auch sehr viele Lahmstreifen mit.

2. Folterkabinett aus dem Land .... öhm .... na eben aus dem anderen Land

"Hostel", "The Hils have eyes", "Saw 1,2 und 3". Von denen habe ich bisher nur "Saw 1 und 2" gesehen. Was ich bei Saw 1 noch genial fand, war beim zweiten Teil schon eicht eklig. Den dritten Teil will ich erst gar nicht sehen, seit ich gehört habe, dass dort einem die Gelenke verdreht werden. Warum muss ein Horrorfim so brutal wie nur möglich sein? Ich habe immer die Befürchtung, dass irgendein Geisteskranker diesen Film sieht und sich denkt: "Och joa ... das ist auch ma 'ne gute Idee". Wer sagt mir, dass da draußen nicht wirklich ein potentieller Jigsaw rumrennt und sich (zugegebenermaßen einfallsreiche) Foltermethoden für die Hausfrau von nebenan ausdenkt?

Was ist mit "Scream 4"? Oder mit "Ich werde bestimmt niemals vergessen, was du im Sommer vor 50 Jahren getan hast?" Ich warte immer noch auf eine gelungene Fortsetzung, in der die bescheuerte Blechschüssel von Jungfrau die Treppe hochrennt und sich in der Wäschetrommel vor dem Mörder versteckt. Selbst Filme mit sehr guten Ideen, wie "Final Destination" müssen im dritten Teil die Ekelgrenze erreichen. Kein einzelner Tod ist im dritten Teil wirklich "cool". Wieso können die Leute nicht einfallsreich sterben ohne, dass gleich alles gezeigt werden muss? Was ist mit der guten, alten Devise, dass allein die Vorstellung den besten Horror erzeugen kann?

Und warum schreibe ich das Ganze hier?

RICHTIG .... ich habe einen Film gesehen. Und einen äußerst guten sogar.

"Severance"

Gleich vorweg: In diesem Film werden oben bemängelte Punkte nicht berücksichtigt. Zwar ist der Film nicht ganz so brutal wie z.B. "Saw 2", aber trotz allem gibt es einige Szenen, die man lieber nicht sehen will. ABER. Der Humor macht alles wett.

Ich will auch nicht zuviel erzählen, nur soviel: wer bitterbösen Humor mag, wird diesen Film lieben. Vor allem Danny Dyer als ständig kiffender und äußerst unsympathischer Antiheld sorgt für ordentliche Lacher.

Unbedingt anschauen

8 Kommentare 26.6.07 22:53, kommentieren