Wortschatz

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Der Käfig voller Narren

Die goldene Regel einer jeder Klassengemeinschaft lautet: „Niemals Lästern. Und wenn du es tust, dann schreibe hinter jedem dritten Satz, dass du es nicht so meinst und die Leute eigentlich alle total nett sind“.

Ich bin der Meinung, dass Lästern befreit (zumindest was asympathische Zeitgenossen angeht). Außerdem lästere ich nicht; ich stelle fest. Zugegebenermaßen bin ich in solchen Situationen nicht gerade zimperlich. Aber eben beschriebene Zeitgenossen sind es ebenfalls nicht, warum sollte ich dann kneifen.

Im Voraus muss ich aber sagen, dass es schon seltsam ist. Menschen, von denen man viel hält, bringen einen zur Weißglut. Und Andere, die früher mein Blut in Wallung versetzt haben, zeigen sich heute als zuversichtlich und loyal. Die Welt ändert sich. Aber nun zum Thema.

Fangen wir beim Herrn R. an. Er ist, neben mir, der einzige männliche Mitstreiter in unserem Kurs. Viele würden jetzt sagen, dass man gerade als Minderheit in einer Östrogengruppe zusammenhalten sollte. Bei uns ist es nicht der Fall. Wir sind uns nicht gerade grün, was ich nicht unbedingt missbillige.

Er ist so was wie der fleischgewordene Pseudoadonis. Ob es nun ein Scherz seinerseits ist oder nicht; aber manchmal habe ich den Eindruck, dass er, wenn er könnte, sein Spiegelbild schwängern würde.
Wenn Herr S. eine Frage richtig beantwortet macht er eine Geste, die man am besten mit „Gott bin ich geil“ beschreiben könnte. Dazu muss man sagen, dass er nicht gerade in der Lage ist Frauenherzen zum Explodieren zu bringen. Zumindest hat er es bei unseren Mädels noch nicht geschafft.

Außerdem stellt Herr S. Fragen, die mich manchmal an jeglicher humanoiden Intelligenz zweifeln lassen. Jede Frage, die mit „Das gehört jetzt vielleicht nicht zum Thema“ beginnt bringt meine drei Gehirnzellen zum Kollabieren und sorgt für einen minutenlangen Zustand geistiger Umnachtung.

Das ist aber nichts im Gegensatz zur weiblichen Fraktion. Angefangen hatte ja alles mit: „Ich kann den und den nicht leiden, also grüße ich ihn nicht“. Normalerweise macht man sich darüber keinen Kopf, aber wenn diese „Geste“ dann noch mit einer unübertrefflichen Arroganz durchgezogen wird, möchte man solche Personen auf eine Benimmschule schicken und sie erst nach 3 Jahren Unterricht entlassen.

Über solche und andere Aktionen regt sich ein Björn natürlich dummerweise auf. Das alles würde sich legen, wenn da nicht in den letzten Monaten diese Intrigen dazu gekommen wären. Mehr oder weniger wichtige Informationen werden gegenüber der anderen Gruppe (die ein etwas geringfügiges Ansehen genießt) einfach mal verschwiegen. Zum Beispiel wurden wir nicht darüber informiert, dass eine Schulung in den Ferien stattfindet, zu der ich leider Gottes auch noch gerne gefahren wäre. Wenn man mir mal was gesagt hätte.

Und wehe, man erhebt sich und richtet das Wort an betreffende Personen …… dann erntet man Reaktionen wie die der Frau H..

Frau H. wird von mir also darüber informiert, dass ich ihr Verhalten gegenüber einiger Kursmitglieder Scheiße finde. Soweit so gut. Natürlich habe ich mich nicht so geschwollen ausgedrückt, sondern bin (Wunder über Wunder) sehr direkt ziemlich schnell auf den Punkt gekommen.

Was macht Frau H.?

Das, was alle in die Enge getriebenen Ratten machen. Sie springt dich an und reagiert mit Aggressivität. Natürlich muss sie erstmal loswerden, dass sie ja länger bleiben musste um zu dieser Schulung zu fahren. Es ist mir zwar in diesem Augenblick nicht eingefallen, aber im Nachhinein muss ich doch feststellen, dass ich auch gerne länger geblieben wäre. Allerdings hätte man mich dazu fragen müssen.

Mehr konnte Frau H. nicht sagen, denn sie musste schleunigst den Raum verlassen und sich mit ihren Lästerschwestern das Maul zerreißen. So, oder so ähnlich. Jedenfalls hatte sie dann keine Lust mehr über ihre Fehler im Umgang mit anderen Menschen zu diskutieren, was mir wiederum das Recht zuschreibt.

Dann hätten wir noch Frau K.. Frau K. ist ein rostiger Nagel im großen Zeh. Man möchte ihn gern loswerden, bekommt ihn aber schlecht raus. Und wenn er raus ist eitert die Wunde.

Frau K. ist (und ich schiebe es zu ihren Gunsten einfach mal auf ihr Alter von schnuckeligen gefühlten 10 Jahren) ziemlich uneinsichtig und hält sich selbst für die Säule der Erde, die nebenbei auch noch den Abwasch machen muss. Was sie sagt ist Gesetz und wenn nicht, wird es eben zum Gesetz gemacht. Wenn Fräulein K. sagt, dass diese vier Personen ignoriert werden sollen, dann machen das ihre unterwürfigen Mitmenschen auch.

Jetzt ist der Frust runter. An alle die, die diesen Text lesen und sich darin erkennen. Normalerweise müsste jetzt der Satz kommen, dass ihr doch ganz nett seid und ich ohne euch eigentlich nicht kann.

Leckt mich am Arsch. Einige von euch sind ignorante Packesel, die wahrscheinlich ihr ganzes Leben damit verbringen werden die Meinung anderer zu vertreten. Und das alles nur, weil ihr vielleicht nie erfahren habt, welche Meinung die wichtigste ist. Nämlich eure Eigene.

Ihr könnt euch auf ein ruhiges und entspanntes Leben freuen, denn solche Leute, wie ihr es seid, werden mit allen ihren Fehlern bis in den Schoß des Chefs kommen, weil es immer einen Dummen gibt, dem ihr eure Schuld in die Schuhe schieben könnt. Euer Leben wird ohne Ecken und Kanten verlaufen. Ist zwar nicht gerade das Erstrebenswerteste, aber anscheinend wollt ihr es so. Ich werde euch daran erinnern, wenn ihr mich mal wieder ansprecht, solange kein anderer dabei ist.

Aber die entscheidende Frage ist ja nicht, wie man behandelt wird, sondern: „Wie gehe ich damit um?“

Es gibt drei Möglichkeiten. Die Erste wäre, dass ich mich auf mein Bett setze und in Lotushaltung auf die Apokalypse warte. Ist nicht gerade sinnvoll, denn irgendwann habe auch ich mal Hunger.

Die zweite Möglichkeit wäre, dass ich mich immer und immer wieder auflehne. Das ich jeden Tag aufs Neue versuche den Leuten klarzumachen, dass ihr Verhalten an eine osteuropäische Vorschulklasse erinnert. Auch nicht sinnvoll, denn die Strapazen kann ich mir sparen. Zumal es mir eh nicht gelingen wird.

Die Dritte und zugleich einfachste und praktischste Möglichkeit ist, mich nicht um sie zu kümmern. Irgendwann geht den Furien der Sauerstoff auf ihrem kleinen Planeten aus und dann habe ich meine Ruhe.

Außerdem muss man das Ganze positiv betrachten. Wenn ihr am Ende der Ausbildung seid, werdet ihr euch mit einem lachenden und einem weinenden Auge vom Rest trennen.

Ich gehe mit zwei lachenden Augen.

5 Kommentare 3.5.06 15:12, kommentieren



Und runter die Kilos

Björn hat Sport gemacht. Für alle Ungläubigen unter uns…….richtigen Sport. Also nicht mein oft praktiziertes „ein Auge zu und anspannen“. Nein, richtigen Sport.

Und jetzt verfluche ich jede Treppe. Meine einzelnen Muskelgruppen senden Stoßgebete ans Großhirn, den Brunner so wenig wie möglich bewegen zu lassen. Am ersten Tag nach dem Fitnessstudiobesuch war ja alles noch ganz in Ordnung. Aber mittlerweile tut alles immer mehr weh. Und ich möchte an dieser Stelle die weibliche Bevölkerung bitten das Wort „wehleidig“ nicht einmal zu denken.

Wieso muss alles was Spaß macht wehtun? Und es hat echt Spaß gemacht. Eine Stunde lang schwitzen, Muskelgruppen beanspruchen, die es vorher noch nicht einmal für nötig hielten, angespannt zu werden. Und dabei dieser Radiosender, der zum Glück nicht „ein Student aus Upsalla“ spielte. Dazu eine russische Physiotherapeutin, die irgendwie in dieses Klischee „Russen“ zu passen schien. Hart, wortkarg und diesen „DU LUSCHE - Blick“. In ihrem nächsten Leben sollte sie Scheidungsanwalt werden. Nichtsdestotrotz war sie wirklich sehr hilfreich, da man sich ja mit falscher Betüchtigung an den Geräten ordentlich was versauen kann.

Aber der Spaß geht trotzdem weiter. Und in ein paar Monaten bin ich endlich diese lästigen Fetzellen los und kann endlich mal ohne zu prusten auf den Treppen einen leichten bis mittelschweren Galopp vollziehen.

19.5.06 13:16, kommentieren

Freiviagra für alle

Es nervt. Jedesmal, wenn ich in meine Mailbox schaue sehe ich, dass ich ein paar Einträge in meinem Gästebuch habe.

Björn freut sich ein zweites Loch in den Arsch, schaut voller Vorfreude in seinem Blog nach und liest.............Viagra.

Hallo? Ich bin 25. Keine 52. Meine sekundären und primären Geschlechtsorgane funktionieren noch. 1 A.

Ich brauche kein Viagra. Ich werde auch keins brauchen. Zumindest nicht in absehbarer Zeit. Aber was soll man diesen Leuten denn schon sagen? Wollen die eine Rieseninternetpornobranche eröffnen?

Und ich als Hauptdarsteller. Hui. Naja, bei meinem Glück wohl eher Praktikant, Lampenhalter, oder Bettlakenbügler.

Andererseits stellt sich mir da auch eine andere Frage. Wieso gerade ich?

Haben die Fühler mit Potenzradarzellen? Bekommen diese Nachrichten auch andere? Oder bin ich der einzige? Und warum sind in der Tütentomatensuppe immer so rote Pünktchen?

Das war's dann erstmal von mir

2 Kommentare 19.5.06 13:28, kommentieren

ein Hoch auf den Lernstoff

Björn sitzt grad mächtig genervt an seinem Schreibtisch und hälts im Kopf nicht mehr aus. Lernen.

Ansich habe ich ja keine allzu großen Probleme mit der Lernerei, aber im Moment.... Ich habe einen kleinen Kurzurlaub bei meiner Familie gemacht und dachte mir, dass ich ja dort ein klein wenig lernen könnte. Pustekuchen. Björn der allmächtige unter den Hirnlosen hat natürlich die falschen Unterlagen eingepackt und konnte somit nichts gegen sein schlechtes Gewissen unternehmen.

Also was macht man? Richtig; nichts, nothing, niente. Zum einen bleibt mir nach Adam Riese ja auch nichts anderes übrig......zum anderen kann ich noch mehr graue Haare einfach nicht gebrauchen.

Somit stehe ich jetzt da. Noch zwei Tage Zeit zum Lernen und das in einem Fach, in dem ich eigentlich eine Woche oder mehr lernen müsste. Für die sehr Neugierigen unter uns: Alles, was mit der Niere zu tun hat. Und das ist nicht wenig.

So. Ich weiß, das jetzt mindestens eine von meinen 3 begeisterten Lesern die Hufe scharren wird. Dazu kann ich nicht viel sagen. Es sei ihr gegönnt. Schließlich hat sie auch einen Batzen mehr als ich zu büffeln (hi Sternchen).

Was kann man noch sagen?

Meine Klasse ist nach wie vor (Pfui, pfui, pfui ..... die bösen Worte aus meinem Mundwerk, raus damit). Ich habe immer mehr das Gefühl, dass die auch die Käfer scheißen hören. Man kann ja gar nichts mehr sagen. Und so langsam bestätigt sich mein Verdacht, dass man mit diesen Leuten auch nicht zusammen arbeiten kann, wenn es von Nöten ist. Egal. Kampfschwein Björn bringt die Sache so gut wie es geht hinter sich und macht das Beste aus der Sache

Und mal ehrlich, ob in China ein Sack Reis platzt oder meine Klassenkameraden alle mal die Treppe runterfallen........wen juckts? So gesehen, selbst eine tollwutgetränkte Fliege an einem aufgerissenem Zehnagel ist angenehmer. Fast sogar schon sympathischer, möchte man sagen. Oder ein Abenteuerurlaub in einem Hooliganaufwärmlager.

1 Kommentar 30.5.06 21:08, kommentieren