Wortschatz

kurzes Chaos

nordisch by nature

Ich habe einen neuen Sport für mich entdeckt. Nordic Walking. Sieht scheiße aus. Sagen zumindest die Autofahrer, die mir entgegen kommen und aus ihren runtergekurbelten Fenstern verwundert schauen und grinsen. Ich selber kann es nicht beurteilen. Wenn ich an mir runter schaue sehe ich nur Bauch. Aber ich mache es richtig. Man muss den Oberkörper mit bewegen habe ich mir sagen lassen. Dadurch wird der Oberkörper nämlich mit trainiert.

Ok. Also laufe ich los. Die Beine laufen und mein Oberkörper bewegt sich mit. Und während ich so nordisch Richtung Wald laufe kommt mir dieser Opel entgegen aus dem ein dicker, kleiner Hartz IV-Empfänger blöd entgegen gafft. Ich überlege schon genauso blöd hinterher zu gaffen, aber ich bin hier im tiefsten Osten, da spielt man schneller Bordsteinkantenknutschen, als einem lieb ist. Ich laufe also weiter. Hinterher rufen kann ich dem sowieso nichts mehr, seine Musik ist so laut, dass ich mir wünsche niemals über ihm zu wohnen.

Trotz der vielen Gaffer ... ich mach diesen Sport weiter. Auch wenn mir vor kurzem gesagt wurde, dass Nordic Walking eine Sportart für alte Bewegungslegastheniker mit hoher Knochenbruchrate ist ... ich werde auch morgen wieder kraftvoll walken.

Eine Klasse für sich

Ich bereite, wie schon mehrmals angekündigt, ein Klassentreffen vor. Am Anfang dachte ich ja, dass kein anderer außer mir mitmachen würde. Aber mittlerweile bin ich vom Gegenteil überzeugt. Fast jeder der Angerufenen Ex-Mitklässler war von der Idee begeistert. Gut es gab auch welche, bei denen ich nicht sicher war, ob sie sich wirklich freuen oder mit einer Flasche Whiskey vor einem offenen Fenster im zehnten Stock stehen. Aber das ist egal, sie können alles machen ... NACH dem Treffen.

Ich habe sogar Leute gefunden, die innerhalb der Grundschulzeit weggezogen sind. Und die haben wieder jemanden gekannt, der auch weggezogen ist usw. Ich kann jedem hier nur empfehlen; wenn ihr mal ein Emotionshoch benötigt, organisiert ein Klassentreffen. Man wird für sein Bemühen gelobt und es wird zusammen über die schöne Schulzeit geschwelgt. Da wünscht man sich noch mal, 8 Jahre alt zu sein. Das einzige Problem ist, welchen Belag man sich heute auf die Stulle schmiert. Aber heutzutage ist ja alles anders. Man verprügelt andere Leute um es mit seinem Handy nach Afghanistan zu schicken, blättert im Drogenkatalog und meint der Sinn des Lebens liegt in glasigen Augen. Da möchte ich kein Schüler sein. Früher war alles besser. In der Pause wurde Verstecken gespielt, der Lehrer sorgte noch für Recht und Ordnung und alles was farbtechnisch Augenkrebs erregte war in. Damals war es noch modisch im Jogginganzug oder Radlerhose zur Schule zu gehen, wenn man alten Klassenfotos Glauben schenken mag.

noch ein Wochenende

Noch ein Wochenende. Dann kann ich bei einem Krankenhaus anrufen und einen Termin für ein Vorstellungsgespräch ausmachen. Es wäre zwar nur eine befristete Stelle und das Ergebnis für meine favorisierte Stelle steht noch aus ... aber hey, wenn’s klappt, dann klappts und ich habe Arbeit.

Man stelle sich jetzt einen Applaus vor.

Zwischenzeitlich hatte ich ein anderes Stellenangebot in einem Cateringunternehmen. Nicht gerade das, was man als Diätassel anstrebt. Schließlich will man nicht den ganzen Tag kochen und am Band stehen, sondern auch ein paar Leute beraten. Ich hatte mich auch nur beworben, weil mein Arbeitsamt möglichst viele Beratungen sehen will. Wer hätte wissen können, dass ausgerechnet DIE sich für einen interessieren?

Für alle, die meine zeitweilige Abwesenheit verfluchen (ich weiß, ihr seid nicht viele). Ich verspreche Besserung. Im Moment ist es irgendwie komisch, aber es tut sich was.

8 Kommentare 11.10.07 14:25, kommentieren

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Abschlussfeiern und ihre unangenehmen Nebenwirkungen

Ich stehe in einem viel zu kleinen Raum mit viel zu vielen Leuten, um mir von einer sehr wichtigen Frau sagen zu lassen, dass ich meinen Abschluss gerade noch geschafft habe. Die Frau ist so wichtig, dass sie sich weder ordentlich anziehen noch die Zähne putzen kann. Gut ... dass ein gewisser Kleidungsfehlgeschmack in dieser Branche durchaus üblich sein kann habe ich mittlerweile verstanden. Aber warum kann man sich nicht die Zähne putzen? Und warum lächelt einen gerade die Frau mit der Zahnpastaphobie immer wieder an?

„Mündlich eine 3, Praktisch eine 3 und schriftlich eine 2“
--- Schau nicht auf die Zähne, schau ja nicht auf die Zähne ---
„Öhm ... super. Ich bin ja total begeistert“ sage ich und versuche wenigstens mit dem Tonfall meine Enttäuschung zu verbergen. Eine 3. Dafür habe ich mir doch nicht drei Jahre lang den Buckel krumm gelernt. Aber wahrscheinlich hätte ich nicht nur meine Stimme, sondern auch meinen Körper unter Kontrolle halten sollen, denn meine Beine fangen an leicht zu wackeln. Frau Zahngewitter fragt nach meinem Befinden; ob ich mich setzen will. „Bloß nicht, sonst bekomme ich noch eine Mund-zu-Mund-Beatmung, ich muss doch meine 3 noch feiern.“ Gott, wahrscheinlich hätte ich es wie Fäkaldanni machen und mich drei Jahre lange im Arsch von gewissen Personen einnisten sollen. Vielleicht kann man am Schließmuskel die Beurteilungsfähigkeiten kontrollieren? Ich schreibe es mir auf meinen immer voller werdenden „Zettel der zu merkenden Wichtigkeiten“ und verlasse zitternd und zeternd den Raum.

Draußen stehen 11 fragende Gesichter. Selbst das dumme Kücken Peggy schaut so halb mit einer Mischung aus Neugier und Verachtung. Soll ich es denen sagen? Oder vielleicht die 3 in meinen kurz geschorenen Bart brummeln. Ich entscheide mich dazu das zu machen, was ich immer mache. Die, für mich, vernichtende Wahrheit. Gut ich sag es sehr leise ... aber ich sage es. Außerdem ist im Foyer die Stimmung so leise, dass man es hören könnte, wenn eine Ameise einen fahren lassen würde. Von Emily kommt ein: „Das ist doch gut“. Die hat gut reden. Emily ist eine der fleißigsten und klügsten Personen, die ich überhaupt kenne. Die Frau ist so souverän und kompetent, dass ich ihr ohne weiteres Nachfragen ein verschimmeltes Brot abkaufen würde. Und Emily hat natürlich das bekommen, was ihr zusteht. Eine 1 oder so. Emily sagt mir also, dass meine 3 gut sei. Ich glaube es ihr, obwohl ich weiß, dass 3 „befriedigend“ heißt. Aber sie sagt es so aufmunternd, dass ich mich doch ganz gut fühle und mit meiner guten 3 leben kann. Außerdem werde ich mir gleich ein paar alkoholische Getränke hinter die Binde kippen. Wer braucht dazu schon ein „gut“, oder gar ein „sehr gut“. Mit einer schlechten Note lässt es sich bekanntermaßen besser saufen. Man muss das Glas immer halb voll sehen. Eine 3 ist immer noch besser als eine 4. Und selbst Frau Zahngewitter hat mich bei der Notenverkündung angelächelt, als würden ihre Zähne nur noch einen Tag halten. Ich will diesen ganzen Argumenten mal Glauben schenken und mich mit einer Note zufrieden geben, die ich nicht wollte ... und auf die ich schon gar nicht hingearbeitet habe.

So gehe ich hoch. Frisch Emiliert und in Saufvorfreude. Was gibt es Schöneres, als mit Freunden zu Trinken und zu Essen. Wir sitzen zu sechst an drei Tischen auf dem Flur, weil die Wohnheimküche zu klein ist. Vor uns machen es sich eine Flasche Billigamaretto und zwölf Flaschen Biermix gemütlich, in der Hoffnung von mir geext zu werden. Nur leider habe ich so viel gegessen, dass ich nicht einmal Prost sagen kann. Und Amaretto-Apfelsaft schmeckt einfach nur scheiße-süß. Es hilft alles nichts. Ich muss mir die 3 schönsaufen. Außerdem ist erst dann Schluss, wenn man mit dem Finger im Hals plätschern kann.

Eigentlich hatte ich ja vor, das Ende meiner internen Abschlussfeier bis tief in die Nacht zu verlegen. Pustekuchen. Wenn der Rest der mitfeiernden am nächsten Morgen um sechs Uhr den Wecker klingeln hört, machen sie um neun Uhr das Licht aus. Einzig und allein Körstn und Tanja ... meine derzeitigen engsten Vertrauten halten am längsten durch. Und um zehn Uhr liege mich mit einem bescheuerten Amaratto-Apfel-Geschmack im Mund und zwei offenen Flaschen Biermix auf dem leeren Schreibtisch in meinem Bett und lasse die Prüfung im halbbesoffenen und vollgefressenen Zustand noch mal Revue passieren. Großer Fehler. Denn jetzt fällt einem alles ein, was man hätte besser machen können. Und dass einem ausgerechnet DAS im halbbesoffenen Zustand einfällt, macht die Situation keineswegs einfacher. Ich weiß jetzt zumindest, wie ich meine nächste Prüfung antreten werde. Richtig schwere Fragen lassen sich wahrscheinlich nur mit Fahne beantworten. Mein „Zettel der zu merkenden Wichtigkeiten“ wird um einen Punkt erweitert.

Am nächsten Morgen wache ich ohne den erhofften Kater auf. Eigentlich wollte ich die offizielle Abschlussfeier der Diätasseln kotzend vor Peggys Füßen beginnen. Ich hätte ihr in einem Durchlauf klar machen können, was ich von ihr halte. Aber wahrscheinlich wäre auch das in die Hose gegangen. Peggy erzählt so oft von ihren heiß geliebten Saufeskapaden, dass sie in meinem Erbrochenen nach dem restlichen Billigamaretto geschnüffelt hätte. Ich setze mich auf den letzten freien Platz, da ich, entgegen meiner Gewohnheit, der letzte eintreffende Diätschüler bin, und warte auf das Erscheinen der Schulleiter. Die brauchen, wie hätte es auch anders sein können, natürlich etwas länger und lassen uns eng zusammengepfercht auf harten Stühlen warten. Ich sitze direkt neben Steffen und vor Danni. Super. Neben mir der Klugscheißer, und hinter mir diejenige, die die Scheiße in den Arsch bringt. Warum gerade ich, denke ich mir und versuche ein letztes Mal ein bisschen Abendessen hervorzuwürgen. Dann komm Frau L. Zu erkennen an ihrem Lippenstift. Dunkelrot und alle Blicke auf sich ziehend. Ist auch ganz gut ... denn ihr Kleid erinnert einen an eine Blumenwiese auf einem tschernobylianischem Katzenfriedhof. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder heulen soll. Lachen, weil Frau L. wirklich lustig aussieht. Heulen, weil selbst das Kleid kein Abendessen aus mir raus bringt. Ich hätte mehr saufen sollen.

Frau L. hält ihre Rede so wie immer. Lang. Aber trotzdem irgendwie interessant, da sie noch einmal auf die Geschichte der Diätschule eingeht und verschiedene Stadien unserer Ausbildung rauspickt. Dummerweise ist sie nicht die Einzige, die uns mit einer Rede vom Essen abhält. Insgesamt reden fünf Leute. Einen davon habe ich vorher weder gesehen noch gekannt. Und der letzte schenkt mir Blumen. Wieder einmal verfluche ich meinen nicht vorhandenen Würgreiz und warte darauf, dass Danni mir die Schülerzeitung gibt, die von ihr und Carola mit fachkundigen Erfahrungen zusammengestelt wurde. Die Zeitung ist scheiße. Keine Anekdoten, keine Geschichte, noch nicht einmal die „lustigsten Sprüche“. Das einzig interessante sind die Seiten mit den Telefonnummern und Emailadressen der Schüler. Peggy nennt sich auf ihrer Emailadresse selbst „Hexe“. Meiner Meinung nach hätte „Gebärmutterhalskrebs“ besser gepasst. Aber das nur so nebenbei. Jetzt weiß ich, wie ich einzelne Personen auch nach meinem Abschied erreichen kann. Ob sie wollen oder nicht.

Danach gibt es einen Sektempfang. Ich kippe mir gleich zwei Gläser Sekt im Sekundentakt in den Rachen, in der Hoffnung meinen restlichen Alkoholpegel noch in die Höhe zu treiben. Klappt natürlich nicht. Ich merke nicht einmal den Ansatz eines schummrigen Gefühls. Also versuche ich es an der Cocktailbar. Das Thema der Abschlussfeier ist nämlich „Cocktailbar“. Aber dummerweise sind wir eine Diätschule mit alkoholabstinenter Schulleiterin. Und da gibt es natürlich nur Cocktails ohne Alkohol. Die heißen dann „Coco Schoko“ oder „Heiße Liebe“. Schmecken zwar, bringen aber nicht den gewünschten Erfolg. Also muss ich mir den Cocktailsuff einbilden. So stehe ich an der Bar und treibe den Umsatz in die Höhe, indem ich die Karte zweimal rauf und runter bestelle. Da sehe ich neben mir die Frau Mama von Peggy. Die Mama ist schätzungsweise so jung, dass sie Peggy mit 12 Jahren aus ihren Lenden gepresst haben muss. Allerdings kann ich das nicht so gut beurteilen, ich bin pseudobesoffen. Ich überlege kurz, ob ich Peggy-Mama zur Fehlgeburt gratulieren soll, lasse es aber, weil mich Peggy-Mama mit diesem Das-ist-der-also-Blick betrachtet.

Ich gehe torkelnd zum Stehtisch, an dem mein Vater und Opa stehen und leckere, selbst gekochte Kleinigkeiten essen. Auf dem Weg fragt mich Lisa, ob ich was getrunken hätte. Ich sag: „Ja und sei vorsichtig, das Zeug knallt“. Dann unterhalte ich mich ein wenig mit drei Leuten, werde diversen Freunden vorgestellt und gehe dann schnurstracks in die Küche, weil dort der Unterkurs das ganze Geschirr abwäscht und Essen nachschiebt. Ich begrüße Tanja mit einem herzhaften „Hey, Pussy“ und sag den anderen, dass sie gefälligst arbeiten sollen. Ich bleibe noch ein wenig, weil ich Tanja klarmachen muss, dass ich wirklich nichts einpacken will und gehe dann wieder. Erst jetzt merke ich, dass die Tür nicht gerade schalldicht ist, denn im Raum stehen einige Leute, die mich entsetzt anschauen. Ich sage nur, dass ich eine Entschuldigung habe, schließlich bin ich pseudobesoffen, und gehe zum Essstand.

Um mal zu einem Ende zu kommen. Die Feier war relativ schnell vorbei, wir sind nach Hause gekommen und ich habe meine ersten Bewerbungen geschrieben. Ich berichte weiter.

3 Kommentare 25.9.07 23:50, kommentieren

Geschafft

Ich habe lange auf mich warten lassen. Nennt es wie ihr wollt. Schaffenskrise, Künstlerpause, Gedanken sammeln oder auch vom Schock erholen. Alles trifft zu. Ehrlich gesagt hatte ich ein paar Tage lang sogar überlegt mit dem Blog komplett aufzuhören, aber dann kamen wieder einige Ideen und ich kann doch meine Ideen nicht einfach so in den Sand verlaufen lassen.

Apropos „in den Sand verlaufen lassen“. Ich habe die Prüfung bestanden. Und zwar mit der Note, die ich erwartet habe. 3. Nicht gerade das, was ich wirklich wollte, aber ich will mich hier nicht beklagen, dass mach ich in zwei Jahren beim VDD.

5 Kommentare 25.9.07 23:49, kommentieren

Treffen der Giganten

Oh Gott. Ich habe jetzt bestimmt schon einen Monat nichts geschrieben und meine Besucherzahlen sind wieder mal im Keller. Das muss ein Ende haben. Nur, wie?!

Ich weiß nicht was ich schreiben soll, zumindest fällt mir keine zusammenhängende Geschichte ein, die ich überhaupt irgendeinem zumuten kann. Also erzähle ich jetzt ein paar kleine Geschichten.

Das Internet

Das das Internet doch zu etwas gut sein kann habe ich in den letzten Wochen erkannt. Ich häbe nämlich ein paar alte Freunde aus meiner Grundschulzeit wiedergefunden, die sich, und jetzt kommts, sogar an mich erinnern können. Zumindest die drei, die mir zurück geschrieben haben.

Wo?: studiVZ
Warum?: keine Ahnung

Die Idee dazu habe ich von einer ehemaligen Grundschulmitklässlerin bekommen und siehe da; eine Welle der alten Bekanntschaften. Mittlerweile bin ich zum Entschluss gekommen, dass man doch ein Klassentreffen organisieren könnte. Von der Grundschulklasse. Richtig gelesen.

Ob es was bringt weiß ich nicht. Vielleicht wollen die meisten ja gar nicht kommen, weil sie den Rest nicht mehr mögen oder die ersten 6 Schuljahre erfolgreich aus ihrem Gedächtnis gestrichen haben. Oder sie sind schlichtweg nicht auffindbar. Ich habe mich natürlich vorbereitet und schonmal die Telefonnummern von Frau Mama und Herrn Papa rausgesucht, sodass ich bei Gelegenheit mal einen konstruktiven Telefonterror durch die Peitzer Gemeinschaft starten kann.

Dort würde es nämlich stattfinden. Das Grundschulklassentreffen. Warum die Grundschule? Nun, ich sehe auch die Grundschule als einen Abschluss an.

Abschluss vom Herrn Seeliger, dem ich meine damalige 5 in Mathe zu verdanken habe. Arschloch. Ich muss zu meiner Rechtfertigung sagen, dass ich die Jahre davor und auch die Jahre danach meistens mit einer 2 auf dem Zeugnis glänzen konnte.

Abschluss vom Henry. Mit dem ich mich eine ganze Mittagspause geprügelt habe. 45 Minuten lang. Er hat angefangen. Ich würde mich niemals vorsätzlich schlagen. Eher laber ich die Leute zur Besinnungslosigkeit. Übrigens kann ich den Henry rein zufällig nicht finden und somit auch nicht zum Klassentreffen einladen. Tja, wenn die falschen Leute das Richtige organisieren, sag ich da nur.

Jedenfalls wird dieses Klassentreffen stattfinden. Das habe ich mir geschworen. Und wenn ich da alleine antanzen werde und mit imaginären alten Klassenfreunden reden muss.

Das Praktikum

Glaubt es oder nicht. Mein letztes Praktikum war irgendwie nicht erwähnenswert. Nicht, dass es langweilig war oder mir nicht gefallen hätte. Es ist nur irgendwie nichts passiert, was man hier reinschreiben kann.

Bis auf Frau M. Jedes Haus hat seinen Drachen. Frau M. ist die Drachenmutti. Wenn sie einem in der Küche begegnet möchte man ihr den steinernen Belag aus dem Gesicht mörteln. Einmal hat sie mich angefahren, weil ich nicht SOFORT mein Brett sauber gemacht habe sondern, den Lappen noch holen wollte. Welch eine Frechheit. Eigentlich wollte ich sagen, dass sie sich erstmal ihre Zähne rasieren sollte, bevor sie mit mir redet, aber das hätte unter Garantie Ärger gegeben.

Die Drachentochter war Judith. Judith war so etwas wie ein schlecht erzogener Pseudorebell. Einen zum Teil rasierten Kopf, schwarz geschminkte Augen und soviel Piercings im Gesicht, dass man aus dem Metall locker einen Eisenbahnwaggon schmieden konnte.

Folgendes Szenario. Judith steht vor der Personaleingangstüt und sieht mich mit ihrem Friedhofsblick an, während ich versuche eine geschlossene Tür aufzumachen.

"Upps, die geht ja gar nicht auf"
"Sonst würde ich hier ja nicht stehen"
"Naja ... schließlich rauchst du hier draußen und das würde sich in einer Küche schlecht machen. Außerdem könnte es ja sein, dass du noch auf jemanden wartest."
"Auf wen sollte ich denn warten?"

Soviel Frechheit auf einem Haufen. Ihr wurde wohl ein Piercing quer durch den Kopf gestochen. Ich sage nur: "Scheiße, wenn man keine Freunde hat" und suche mir einen Punkt am Horizont, den ich die nächsten 10 min anstarren kann. Plötzlich versucht Chromojudith nett zu sein.

"Und, hast du einen Parkplatz gefunden?"
"Klar, sonst würde ich ja nicht hier stehen"

Was bildet sich diese Zigeunerbärbel eigentlich ein? Das ich nach ihrem Morgenmuffelkommentar noch nett bin? Ihr vielleicht einen Kaffe anbiete oder nach der Arbeit noch zum Kuscheln mit nach Hause komme? Nee nee. Jetzt ist Chromojudith mal an der Reihe sich einen Punkt zum Anstarren zu suchen. Vorzugsweise auf dem Fußboden.

2 Kommentare 27.8.07 18:30, kommentieren

Froschfotzenleder ist nicht lustig

Es ist einer von den Tagen, die nach den Tagen kommen, an denen man nicht einschlafen kann.

Sollheißen; ich bin heute früh um drei ins Bett gekommen. Aber nicht, weil ich so ein PArtyhengst bin und bis in die Puppen ebensolche aufgerissen habe. Nein. Ich habe wachgelegen und war schlichtweg zu faul zum einschlafen. Soll es geben, bei mir war es so. Was macht man, wenn man nicht einschlafen kann? Richtig. Fernsehen.

Ich brauche an dieser Stelle nicht zu sagen, das heutzutage nach 24:00 Uhr in der Flimmerkiste nur Schrott läuft. Sendungen, die vor drei Jahren um 20:15 Uhr schon Scheiße waren, sind heute um Mitternacht auch nicht viel besser. Nehmen wir als Beispiel "Die 100 nervigsten Sommerhits"

Es ist wie bei vielen anderen Sachen auch. Gerichtsshows, Talkshows, Kochshows, Wissensshows und was es nicht noch alles gibt. Macht ein Sender den Anfang, macht der andere dort weiter. Was nicht unbedingt heißen muss, dass es gut ist. Barbara Salesch war die erste, die im Fernsehen Nutten auf die Anklagebank holte. Aber ist sie deswegen ein Leitwolf? Ein Vorbild für Alexander Hold oder Ruth Herz? Muss nach einem perfektem Dinner unbedingt nach dem perfektem Urlaub gesucht werden. Und muss man aus den Möchtegernköchen unbedingt Minutenstars machen, indem man sie zum selbstüberschätztem Peinlichkeitskochen nochmal vor die Linse holt?

Warum suchen alle Sender Popstars? Selbst in den öffentlich rechtlichen wurde schon nach Schlagerstars von der Straße gesucht. Mittlerweile wurde schon so oft Deutschlands Superstar gesucht, dass selbst die ganz schlechten schon einen Wiedererkennungswert haben und Dieter Bohlen als Lieblingspapa der unterernährten Tokio Hotel Fraktion gilt.

Und wer sagt RTL, dass man nicht nur die 100 erfolgreichsten Hits wissen will (was übrigens schon recht interessant war)? Warum muss man sich gleich noch die 100 erfolgreichsten One hit Wonders, Frauen, Gruppen und Vibratoren antun, wenn man weiß, dass George Baker mit seiner Friedenstaube in allen Kategorien ganz vorne steht?!

Und warum kommt Pro 7 nicht auf eigene Ideen? Nein. Stattdessen muss ich mir das AntiCharts-Programm "Die 100 nervigsten Sommerhits" antun, weil auf den andern Sendern diese Rateshows laufen. Aber ich bin ja nicht so, schließlich kann ich nicht schlafen, und schau mir das Elend an.

Elend: Gunther Gabriel

Wir erinnern uns.

"Ihr habt ja so viel Zeit, sonst wärt ihr ja nicht am Nachmittag shon hier. Ich hab leider keine Zeit, ich muss meinen Arsch immer in Bewegung halten, damit die Knete stimmt."

So oder so ähnlich begrüßte er seine "Fans" bei einem "Konzert", nachdem sie ihn nicht gerade feierlich empfangen haben, da er mit reichlicher Verspätung zu seinem "Gig" kam. Da fragt man sich natürlich: Welche Knete? Bewegung? Und vor allem: Der hat Fans?
Dieser Mann, der an Peinlichkeit, Ekelhaftigkeit und Dummheit kaum zu überbieten ist sitzt also als Kommentator bei Pro sieben und findet alle Lieder toll, die noch aus seiner Zeit sind. Den Rest findet er nicht toll, da sie zum Einen nicht aus seiner Zeit kommen und zum Anderen im Alkoholrausch nicht erkennbar waren. Und dann sitzt er volltrunken auf einem zu kleinen Stuhl und meint, dass ein Lied über Froschfotzenleder ein Meilenstein des Humors wäre.

Ansonsten ist nichts so, wie man es gerne hätte. Die Sendung zieht einen flachen Witz nach dem anderen mit sich und "lebt" von seiner Obszönität. (Das ich sowas mal sagen würde)

Ende vom Lied. Ich konnte nach wie vor nicht schlafen, trotz Gunter Gabriel, trotz einer bescheuerten, pseudolustigen Milka, trotz eines schlechten Hans Werner Olm.

Und so fühle ich mich heute. Ausgelutscht. Ich bitte um Mitleid

5 Kommentare 8.8.07 17:42, kommentieren